Von Kindesbeinen an

Der Lebenslauf des Lauftalents Mayr

Früh übt sich, wer eine Top-Läuferin werden möchte: Andrea Mayrs Werdegang.

Schon als Kind war Andrea Mayr eine gute Läuferin. Ihre Eltern nahmen sie mit, wenn sie Bergtouren machten. Außerdem ließen sie sie bei Kinderläufen starten, die sie stets gewann. Doch trotzdem stand ein anderer Sport für sie an erster Stelle: Turnen. „Aber dann wurde ich zu groß für das Turnen und im Alter von 15 Jahren hörte ich damit wieder auf.“ So rückte der Laufsport in den Vordergrund. In ihrer Heimatstadt Linz begann sie mit dem Training und war zunächst Mittelstreckenläuferin. Später konzentrierte sich Andrea Mayr auf die 3.000 m Hindernis und qualifizierte sich für die Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki und 2007 in Osaka. Dort schied sie jeweils im Vorlauf aus.

Parallel war Andrea Mayr als Bergläuferin erfolgreich. Mit 20 Jahren war sie ihr erstes Bergrennen gelaufen. „Das war mehr ein Zufall, denn die regionalen Meisterschaften fanden damals in Linz statt. Da dachte ich mir, ich mache da mal mit, schließlich ist das in meiner Heimatstadt. Aber ich war dann so weit hinten, dass ich mich darüber ärgerte“, erzählt Andrea Mayr und fügt hinzu: „Ich dachte mir, ich müsste viel besser sein, bin ein Jahr später wieder an den Start gegangen und habe gewonnen, wobei es dieses Mal allerdings kein Meisterschaftsrennen war.“ So begann ihre Karriere als Bergläuferin, während der sie unter anderem das prestigeträchtige Obudu Ranch-Rennen in Nigeria gewann. Dort ließ sie im Herbst 2008 eine Reihe von afrikanischen Läuferinnen hinter sich. „Das war ein großer Erfolg für mich, denn die Leute sagten immer wieder: Die Bergrennen gewinnst du ja nur, weil die afrikanischen Läuferinnen da nicht mitmachen. Aber dieses Mal hatte ich einige von ihnen geschlagen.“ Im Jahr 2008 gewann sie zum zweiten Mal nach 2006 die World Road Running Trophy, eine Art Berglauf-Weltmeisterschaft.

Nachdem Mayr die Olympia-Qualifikation 2008 über 3.000 m Hindernis trotz eines österreichischen Rekordes von 9:47,61 Minuten um 1,61 Sekunden verpasst hatte, konzentrierte sie sich stärker auf die Straßenrennen. „Ein Marathon war das nächste Ziel und ich habe mich dann auf das Rennen in Wien vorbereitet“, erzählt Andrea Mayr, die zuvor auch den Treppenlauf auf das Empire State Building gewonnen hatte. 2006 stellte sie dort einen Kursrekord auf, der bis heute ungebrochen ist: Für die 1.576 Stufen beziehungsweise 102 Stockwerke benötigte sie 11:23 Minuten.

Ihre Marathonpremiere lief sie im April 2009 in Wien, wo sie Medizin studierte und danach wohnen geblieben ist, mit großem Erfolg: Sie gewann das Rennen mit dem österreichischen Rekord von 2:30:43 Stunden trotz einer Fußverletzung. Über die klassische Distanz hat sie sich dann im Oktober 2011 in Frankfurt den Traum von der Olympiaqualifikation erfüllt. Für London hat sie nun den insgesamt dreieinhalbjährigen klinischen Teil des Medizinstudiums unterbrochen. Seit Januar braucht sie nicht mehr neben dem zeitaufwendigen Training noch im Krankenhaus zu arbeiten. Vielleicht ist Andrea Mayr deswegen am Sonntag noch schneller als zuvor.

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Andrea Mayr: Die komplette Läuferin