Lauf der Woche

Der Glaube versetzt Berge

Kurz vor dem Marathonstart haben viele Läufer Zweifel, ob sie diese Distanz schaffen werden. Mit einem Trick half Dieter Baumann Simona beim Frankfurt-Marathon die 4-Stunden-Grenze zu knacken.

Frankfurt-Marathon

Auch Simona schaffte es, über diesen Teppich ins Ziel des Frankfurt-Marathons zu laufen.

Bild: Norbert Wilhelmi

Lauf der Woche
Freitag 14.11.2014
Tübingen – am Schreibtisch
Der Glaube versetzt Berge


Ich melde mich vom Dauerlaufen und freue mich, dass die deutsche Olympiabewerbung für 2024 auf einem guten Weg ist. Dies sagt auch unser Innenminister Thomas de Maizère. Er glaubt, dass durch das neue und erste Anti-Doping-Gesetz, das ab 2015 in Kraft treten soll, die Akzeptanz der Bürger für eine deutsche Olympiabewerbung wachsen wird. Der Glaube versetzt Berge, so heißt es ja, und da wünsche ich der Bewerbung einfach mal toi, toi, toi.

Mit solch einem Motto (toi, toi, toi) kommt man im richten Sport – also dem Laufen! - natürlich nicht weit. Beispielsweise ist es völlig normal, dass Menschen kurz vor einem Marathonstart Bedenken bekommen. Schaff ich das? Sie beginnen ständig in sich hinein zu hören. Je näher der Marathonereignis rückt, umso mehr und umso öfter hören sie in sich hinein und irgendwann hören sie in ihrem Körper Geräusche, die sie vorher noch nie gehört haben. Und eine Woche vor dem Lauf hören viele Läuferinnen und Läufer diese Stimme, die ruft: „Du schaffst das nicht!“ Zielzeit weg, ach was rede ich: die ganze Vorbereitung für die Katz. Nichts mehr drauf, jeder Schritt fällt schwer, jeder Kilometer eine Qual. Saft- und kraftlos! Die Folge sind schlaflose Nächte.

Genau so muss es Simona kurz vor dem Frankfurt-Marathon ergangen sein. Ihre Not trieb sie nur wenige Tage vor dem Start geradewegs in meine Show in die KäS in Frankfurt. Zum Glück darf bei mir das Publikum weitgehend die Show selbst gestalten. Das hat unglaubliche Vorteile, ich muss mir nichts mehr ausdenken und wenn es nix ist, kann ich nix dafür.

Aber nun zurück zu Simona. Da saß sie nun, wie ein Häuflein Elend, gleich in der ersten Reihe. Gut, Kritiker sagen, es war auch nur die erste Reihe besetzt, aber das spielt an dieser Stelle keine Rolle. Sie lies ihren inneren Stimmen freien Lauf. Bei ihr wurde „der Stecker gezogen“. So schilderte sie es. Guter Rat ist da teuer. Von wegen toi, toi, toi. Auf die Frage, wer denn den Stecken gezogen hat, hatte sie keine Antwort. Auch die Feststellung, dass e-mobil schon weit ausgereift sei, aber auf den menschlichen Körper noch nicht übertragbar, half nichts. Immer weiter sackte Simona an ihrem kleinen Tischchen zusammen. Grübelte und hörte in sich hinein und die Stimmen in ihr waren so laut, dass sie gar nicht mehr meinem Programm folgen konnte. Dann kam mir der Einfall. Kurzerhand schenkte ich ihr eine Tube Elmex. Ja, ich weiß, was Sie sagen wollen. Geschmacklos.

Aber bedenken Sie, liebe Freunde der Laufkunst: Der Glaube versetzt Berge. Nach dem Marathon in Frankfurt schrieb mir Simona: Dank der Superpaste bin ich nach 3:59:25 in´s Ziel gekommen und genau das war mein Plan, ich wollte unter vier Stunden laufen.

Sehen Sie!

Bild: privat

Dieter Baumann, die Götter und Olympia - Termine 2014


• 21. November 2014 Stuttgart-Degerloch / Kickers-Clubrestaurant
• 22. November 2014 Schleiden / Kursaal
• 26. November 2014 Delmenhorst / Divarena

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