Waldemar Cierpinski im Interview

Der Geschäftsmann

Für den Fall, dass Fans vorbei kommen, hat Waldemar Cierpinski immer Autogrammkarten in seinem Sportgeschäft.

Interview Cierpinski

Manche Kunden kommen nur in sein Sportgeschäft, um Waldemar Cierpinski persönlich zu treffen.

Bild: Urs Weber

Wie war die weitere Entwicklung und warum ausgerechnet Asics-Schuhe?
Waldemar Cierpinski:
Asics hat mir damals bei der Geschäfts-Eröffnung entscheidende Starthilfe gegeben. Von denen Schuhen war ich aber schon vorher überzeugt. Denn als ich 1976 das erste Mal in Fukuoka Marathon gelaufen bin, gaben mir die Japaner ein Paar Asics Alliance – ich war begeistert von diesen Schuhen und habe sie übrigens bis heute im Keller aufgehoben. Nach zweieinhalb Jahren bin ich in ein 500 Quadratmeter großes Geschäft umgezogen und seit 2000 haben wir in Halle ein Sporthaus mit 2.000 Quadratmetern. Wir sind einer der größten Asics-Shops, aber wir verkaufen jetzt natürlich nicht nur Laufsport-Utensilien.

Kommen die Kunden auch aufgrund Ihrer Marathon-Olympiasiege zu Ihnen?
Waldemar Cierpinski:
Ja, das merke ich schon – besonders übrigens in unserem zweiten, kleinen Geschäft in Quedlinburg. Da kommen viele Touristen in den Laden und fragen: ,Ist der Olympiasieger da?’. Ich bin selten in Quedlinburg, aber ich hinterlasse dort immer ein paar Autogrammkarten.

Wenn ein Hobby-Läufer zu Ihnen kommt, der für einen Marathon trainieren möchte – welchen Schuh empfehlen Sie? Hat Waldemar Cierpinski einen Lieblingsschuh?
Waldemar Cierpinski:
Ich empfehle zunächst keinen bestimmten Schuh, denn mein Ansatz ist der: Der Schuh muss zum Fuß passen. Das Gute bei Asics ist auch die große Bandbreite von Laufschuhen – da finde ich tatsächlich für jeden Fuß einen passenden Schuh. Ich persönlich habe allerdings einen Lieblingsschuh: auf den Asics DS Trainer möchte ich nicht verzichten, den habe ich fast den ganzen Tag an. Und da ich in meinem Leben inzwischen schon 250.000 Kilometer gelaufen bin, achte ich auf höchste Qualität für meine Füße.

Der Marathon feiert in diesem Jahr sein 2.500-Jahr-Jubiläum – wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung des Rennens über die klassische Distanz?
Waldemar Cierpinski:
Der Marathon wird seinen besonderen Stellenwert als Ikone des Langstreckenlaufes behalten. Natürlich gibt es mal Phasen, in denen die Teilnehmerzahlen etwas zurückgehen, aber dann steigen sie auch wieder. Der Marathon bleibt eine Vision für viele Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen diese Strecke laufen möchten.

Wird es noch einmal einen deutschen Marathon-Olympiasieger geben oder bleibt Waldemar Cierpinski einzigartig?
Waldemar Cierpinski:
Das ist schwer zu beantworten, aber im Grunde glaube ich, dass das irgendwann wieder möglich sein kann. Es gibt in allen Disziplinen ein Kommen und Gehen. Die Afrikaner würden auch lieber zu Hause etwas leichteres arbeiten, wenn sie damit entsprechendes Geld verdienen könnten, anstelle sich im Training täglich zu quälen. Wir müssen in Deutschland vor allem eine Motivation schaffen für unsere Talente und sie so unterstützen, dass sie uns nicht verloren gehen. Es ist nach wie vor auch für europäische Läufer möglich, die Weltspitze zu erreichen.

Nennen Sie uns drei Geburtstagswünsche – einen persönlichen, einen beruflichen und einen bezüglich Ihrer Trainertätigkeit.
Waldemar Cierpinski:
Ich wünsche mir, dass ich mit 60 weiter gesund und leistungsfähig bleibe. Was das Geschäft angeht, möchte ich es gerne so halten können wie es jetzt ist. Und bei den Olympischen Spielen in London 2012 wünsche ich mir, dass wir mit drei deutschen Läufern am Start sind und sie zeigen können, dass sie auch als Europäer gut laufen können. Ich würde mich zudem sehr freuen, wenn Falk meine Marathon-Bestzeit knacken könnte.

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Dreifaches Jubiläum