Dieter Baumann

Der Angeber auf dem Fahrrad

Beim Fahrtspiel im Urlaub überholt Dieter Baumann verdutzte Radfahrer und rettet sich in einen Trampelpfad.

Dieter Baumann

Schnell hatte ich den Anschluss hergestellt.

Lauf der Woche
Mittwoch, 26. Mai 2010
Spanien
Fahrtspiel


Ja, endlich raus dem Regen, raus aus den 10 Grad. Endlich Sonne. Es war eine tolle Strecke entlang der Küste, durch ein Naturschutzgebiet. Allein wegen den vielen Vogelstimmen ein Genuss. Was sonst so in den Schilfpflanzen um mich herum alles so keucht und fleucht ignorierte ich. Einfach 40 Minuten in eine Richtung – locker leicht zum Einlaufen, dann auf dem Rückweg, Belastung: drei Minuten flott – zwei Minuten langsam. Immer im Wechsel.

Leider keuchte es nicht nur im Schilf, sondern auch auf den Wegen. Es waren viele Fahrradfahrer unterwegs. Auf dem Rückweg, ich hatte gerade zwei Minuten Trabpause eingelegt, da bog eine Dreiergruppe auf meinen Laufweg ein. Vorneweg ein Semiprofi im Regenbogentrikot. Das Rad supertoll aufgestylt (Mountainbike mit Rennradreifen). Dicht dahinter seine Tochter auf dem Mountainbike, aber ohne Renntrikot. Dahinter die Mutter. Sie saß mit einem Regenbogentrikot auf einem Stadtrad und keuchte schwer.

Schon bald war ich schon auf der Höhe des 45-Prozent-Mannes.

Ich hörte noch den Satz: „…fahre gerade bei 45 % meiner Leistungsfähigkeit“. Sein Blick wanderte vom Tachometer seines Fahrrades und seiner Tochter hin und her. Dann waren sie schon aus der Hörweite.

45% Leistungsfähigkeit? Leider hatte meine Pause gerade erst begonnen, ich konnte nicht gleich wieder schnell laufen, um dran zu bleiben. Aber warum eigentlich nicht? „45 % Leistungsfähigkeit“ – ein Angeber. Ich drückte auf meine Stoppuhr und nach 45 Sekunden war die Pause vorbei. Schnell hatte ich den Anschluss an die ungleiche Gruppe hergestellt. „Oh, passt auf, da kommt ein Läufer“ schrie die Frau zu den anderen beiden nach vorne. Im gleichen Moment war ich schon auf der Höhe des 45-Prozent-Mannes.

Locker schlug ich ihm auf die Schulter, „und wie schnell sind wir denn. Verdutzt schaute er auf seinen Tachometer. „19 km/h. Das ist aber schnell.“ „Och das geht doch noch. Was sagt dein Puls“?, wollte ich wissen. Wieder schaute er auf sein Hightechgerät. „Puls? Keine Ahnung. Im Moment zeigt es nichts an.“ „Nichts? Das ist aber schlecht. Du solltest eine Pause machen.“ Dann schlug ich ihm wieder auf die Schulter, zog das Tempo nochmals an und lief ihm davon.

Noch bevor er reagieren konnte, bog ich bei der nächsten Wegkreuzung nach links in einen kleinen Trampelpfad. Ich war schon länger als meine geplanten drei Minuten Abschnitte im schnellen Tempo unterwegs. Einen Tempodauerlauf wollte ich schließlich nicht machen. Die Radgruppe fuhr geradeaus. Gott sei Dank, nun konnte meine Trabpause machen. 19 Stundenkilometer, das hält ja kein Schwein lange durch.

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