Dieter Baumann

Dauerlauf mit den Dienstagslatschern am Donnerstag

„Machen Sie sich zu Täglichlatschern“, ist der Lauftipp, den Dieter nach seinem Donnerstagslauf mit den Dienstagslatschern gibt.

Trier von oben

Der Blick auf Trier von oben war das Ziel von Dieters "Lauf der Woche".

Bild: Trier / commons.wikimedia.org

Lauf der Woche
Donnerstag, 27. Oktober 2011
Trier
Dauerlauf mit den Dienstagslatschern, viel länger als geplant


Ich melde mich vom Dauerlauf aus Trier. Ich war mit den Dienstagslatschern unterwegs, am Donnerstag. Ja, das muss hart gewesen sein, so ein Lauf entgegen dem üblichen Biorhythmus. Doch ich hatte den Eindruck, dass die Dienstagslatscher aus Trier froh waren. „Donnerstag! Das fühlt sich ja richtig gut an“, war der einhellige Tenor.

Wir liefen nicht das schöne Moseltal entlang, obwohl ich mich schon so richtig darauf gefreut hatte, auf das Moseltal. Genauer, auf eine flache Strecke. Mein Hüftstrecker hatte sich bei mir gemeldet. Hatte eine Pause eingefordert. Pause? Wo komme ich denn da hin? In den Trainingsrückstand komme ich da. Nix da, habe ich meinem Hüftstrecker gesagt. Flach geht immer!

Dann komm ich am Donnerstag zu den Dienstagslatschern und die wollten mir etwas ganz Besonderes bieten: Trier von oben! „Wir müssen zur 400-Meter-Runde“, war die Ansage und schon tobten wir den Berg hoch, um einen Blick zu erhaschen von den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Römer! Überall die Spuren der Römer! Dann weiter zum Höhepunkt: 400-Meter-Aschenbahn im Wald. „Hier wurde Sportgeschichte geschrieben. Fleschen, Poschmann, Uhlemann,“ zählte man mir auf. „Alle liefen sie hier, das 400er Programm, in 60 Sekunden. Jeden Lauf!“ Ja, so erzählten sie mir es, die Dienstagslatscher.

Dann weiter zu den Wildschweinen, wunderbarer sandiger Waldboden. „Wo gibt es das noch?“ „Im Moseltal bestimmt nicht.“ Also war ich froh, hügelig bis bergig zu laufen, mit Ausnahme meines Hüftstreckers, der fluchte leise vor sich hin.

Zügiger Antritt unterwegs, bis die Gruppe auseinander brach, oben Warten. „Im Kreis Warteschleifen traben.“, war die Ansage „Wir müssen langsamer laufen, denkt an Claudia!“, ungehörte mahnende Worte „Das sagen die jede Woche. Langsamer laufen? Das kennen die doch nicht“, sagte mir Claudia später. Weiter ging es, wieder ein Hügel, wieder ein Antritt, wieder oben Warteschleifen.

„Hier runter?“, fragte ich. „Nein, zu steil, weiter.“ „Das wird aber länger.“ „Macht nichts, sind doch nicht zum Vergnügen da“.

Ja, den Dienstagslatschern ging es entgegen dem Biorhythmus auch am Donnerstag ganz gut. Daraus ergibt sich der einfachste Lauftipp überhaupt. Für alle, die unter dem ständigen Wechsel an Lauftagen leiden: Laufen Sie jeden Tag. Werden Sie zu Täglichlatschern. Vorausgesetzt, der Hüftstrecker sagt nichts.


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