Baumanns Lauf der Woche

Dauerausredenlauf

Der Diabeteskongress in Hamburg lief. 500 liefen mit. Andere nicht. Deren Ausreden nimmt Dieter auseinander.

Dauerausredenlauf

Diese Läuferinnen suchten nicht nach Ausreden. Sie hatten viel Spaß beim Laufen.

Bild: Privat

Lauf der Woche
Donnerstag 25.05.2017
Hamburg
Dauerausredenlauf


Ich melde mich vom Dauerlaufen, heute vom Diabeteslauf aus Hamburg. Ach es war schön. Wie jedes Jahr beim Diabeteskongress sind wir gelaufen, diesmal in Hamburg. Über 500 Teilnehmer haben sich überreden lassen. Ach ja liebe Freunde der Laufkunst, sie glauben ja nicht, wie man die Diabetesärztinnen und Ärzte, die Beraterinnen und Berater, die Wissenschaftler und sonstige Fachleute überreden muss, sich zu bewegen. Ja doch, ihren Patienten empfehlen sie immer und immer und immer und immer weiter, dran und drauf, also Bewegung, aber wenn die Leute sich selbst bewegen sollen, da kommen Ausreden, Ausreden, Ausreden.

Hier ein paar Beispiele: „Ach ich würde so gerne mitlaufen, habe aber meine Laufschuhe vergessen“, oder: „Hab es erst im Hotel bemerkt, aber meine Laufhose ist zu Hause“ oder: „Bin nicht trainiert.“

Was heißt eigentlich „nicht trainiert"? Training wird grundsätzlich überbewertet und darüber hinaus: Muss man für 5.000 Meter überhaupt trainieren?

Dann kamen die Ausredenklassiker:
1. habe Knie
2. habe Rücken
3. habe Sprunggelenk
„Hallo?“, habe ich geantwortet, „ich habe Wade! Seit 52 Jahren. Ich lauf das weg!“

Dann kamen die Jungs und Mädels aus der Kreativabteilung:
4. „Muss zu meiner Frau auf die Beerdigung“ (Originalzitat – kein Witz) nach weiteren Nachfragen stand endlich die druckreife Ausrede: „Meine Frau muss auf eine Beerdigung und ich zu den Kindern.“

5. „Sorry, aber wir haben heute schon ein Tisch zum Essen bestellt.“ „Wann denn?“ „Um 20:30 Uhr.“ Nur zur Info: der Lauf fand um 18:00 Uhr statt.

6. „War Leistungssportlerin, Siebenkampf, brauch das nicht mehr. Gehe um 18:00 Uhr in die Cocktailbar.“ Ach wie schön ist es doch, sich die Welt schön zu laufen, allemal schöner als schön zu saufen, aber das nur am Rande.

7. Ein jung gebliebener Wissenschaftler sagte ganz wichtig: „Muss noch einen Vortrag halten, tut mir wirklich leid.“ Ein Blick in die Agenda zeigte: nach 17:00 Uhr gab es keinen Vortrag mehr.

8. Zum Schluss das Highlight: „Habe mich angemeldet, kann jetzt aber doch nicht mitlaufen. Spontan habe noch Karten zur Snooker-Show von Ronnie O'Sullivan gegen Mark Selby. Spontan? Die Show war wahrscheinlich seit 3 Monaten ausverkauft und er hat bestimmt drei Stunden im Internet nach Karten Ausschau gehalten.

500 Teilnehmer aber liefen glücklich und zufrieden mit. Mache schnell, manche langsam, mit grellem Laufhemd und kurzer Hose. Viele walkten, mit Jeans, mit Hemd. Die letzten Walker begleitete ich zwei Kilometer bis ins Ziel. 30 Minuten vor dem Start hatten sie sich angemeldet. Ohne Überredungskunst. In „Zivil“ wanderten wir gemeinsam die Runde durch.

Meine Wade, ich sage es ohne Übertreibung, meine Wade hat ein Lied gesungen, danach ging ich essen, noch später in eine Cocktailbar. Nach dem der Barkeeper mir meinen Drink servierte, rannte er aus der Bar und murmelte etwas von einer Beerdigung seines Chefs, ich übernahm seine Stelle und dort hielt hinter dem Tresen einen Vortrag über die Wirkung von Champagner auf das Laufen. Einziger Zuhörer war Ronnie O'Sullivan. Später spielte ich mit ihm eine Runde Billard. Raten Sie mal wer gewonnen hat? Genau!

Ach das Leben ist schön.

Dieter Baumann, die Götter und Olympia

Bild: privat

Dieter Baumann, die Götter und Olympia – Termine 2017

• 1. Juni 2017 / Dieter Baumann, die Götter und Olympia / Augsburg / 20:00 Uhr
• 30. Juni 2017 / Dieter Baumann, die Götter und Olympia / Eching / TSV Eching Vereinsgaststätte / 20.00 Uhr

Dieter Baumann: Lauf der Woche:

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