Jana Sussmann

Das Lauftalent will zur Weltmeisterschaft

Jana Sussmann ist schnell, hübsch und unglaublich sympathisch. Wir wollten im Interview noch mehr von der erfolgreichen Hindernisläuferin erfahren.

Jana Sussmann

Hindernisläuferin Jana Sussmann.

Bild: Robert Grischek

Jana Sussmann, am 12. 10.1990 in Hamburg geboren, startete 2008 ihre Karriere als Mittelstreckenläuferin und ist seit 2010 auf den 3.000-Meter-Hindernislauf spe­zialisiert. 2011 wurde sie Zweite bei den U23-Europameisterschaften und Deutsche Meisterin in Kassel. Nach einer für sie enttäuschenden Saison 2012 will sie voll durchstarten und hofft auf eine Teilnahme bei der Leichtathletik-WM in Moskau.

Wie fühlt man sich denn so als frisch ­gebackene Bankkauffrau?

Jana Sussmann: Das ist natürlich ein sehr gutes Gefühl! Jetzt habe ich schon mal eine Ausbildung abgeschlossen und mir damit ein beruf­liches Standbein gesichert. Darauf kann ich jetzt immer zurückgreifen.

Du fängst im Oktober dieses Jahres an, Medien und ­Information an der Hochschule für ­Angewandte Wissenschaften in Hamburg zu studieren. Worauf freust du dich am meisten?

Jana Sussmann: Auf das Studentenleben an sich. Ich bin aber auch einfach glücklich, weil es genau das ist, was ich machen will. Das habe ich schon während der Ausbildung gemerkt. Die Ausbildung habe ich auch gemacht, weil sie mir mit dem Sportlervertrag angeboten wurde, schon vor dem Abi und bevor ich darüber nachdenken konnte, was ich überhaupt machen will. Die Ausbildung war gut und auch besser, als ich erwartet hatte, aber eben nicht das, was ich mein Leben lang machen möchte.

Gibt es irgendetwas aus deiner Ausbildungszeit, das du jetzt vermisst?

Jana Sussmann: Nein, nicht so richtig. Ich dachte erst, ich wüsste gar nichts mit mir anzufangen, aber ich habe jeden Tag viel zu tun. Bislang genieße ich es noch, morgens nicht diesen Zwang zu haben, ganz früh auf­zustehen. Während der Ausbildung ­musste ich die Arbeit so organisieren, dass ich noch gut im Hellen nach der ­Arbeit laufen konnte. Jetzt ist das alles ­etwas stressfreier. Ich kann auch mal nach Hamburg in die Halle fahren, wo die ­Trainerin mich beim Tempotraining beobachten kann. Das ist sehr wichtig.

Was ist für dich das Besondere an dem Studiengang?

Jana Sussmann: Mich interessiert der Journalismus wirklich sehr, und ich freue mich, mehr Einblick in Medien wie Zeitungen, Fern­sehen und Radio zu bekommen. Außerdem interessiert mich die Arbeit mit Menschen, das macht mir viel Spaß.

Und auf das Studentenleben freust du dich sicher auch?

Jana Sussmann: Ja, klar! Ich glaube zwar nicht an das Klischee, jeden Mittag bis 12 Uhr schlafen zu können, aber es ist eben doch etwas anderes als die Ausbildung, wo jeder Tag klar geregelt ist. Jeden Tag acht Stunden arbeiten und früh aufstehen, da bleibt ­wenig Raum für die Freizeit. Außerdem finde es auch wichtig, neben dem Laufen noch etwas anderes zu haben, auf das man sich konzentrieren muss.

Studenten wird ja nachgesagt, sie würden mehr feiern als lernen. Wie sieht es bei dir am Wochenende mit dem Feiern aus? Ist das mit dem Training kompatibel?

Jana Sussmann: Während der Saison ist das eher schwierig. Ich musste auch schon oft Freundinnen absagen, weil am Wochenende ein Wettkampf anstand. Häufig bin ich auch gar nicht da, weil viele Wettkämpfe im Ausland oder in Süddeutschland stattfinden. Und wenn ein wichtiges hartes ­Training ansteht, brauche ich natürlich meinen Schlaf, da wäre eine Party bis
spät in die Nacht eher hinderlich. Ich habe zum Glück Freundinnen, die das ­akzeptieren. Das passt dann schon.

Es ist also nicht möglich, das Training ­einfach mal sausen zu lassen, wenn am Abend vorher eine tolle Party war?

Jana Sussmann: Nein, das geht nicht. Das bekomme ich aber beides unter einen Hut. Ausschlafen kann ich nach Partys zwar nicht, aber das Training ziehe ich trotzdem wie gewohnt durch. Danach kann ich mich dann ja immer noch hinlegen und ausruhen.

Welche Ziele verfolgst du außer den sportlichen Erfolgen? Hast du einen konkreten Berufswunsch?

Jana Sussmann: Ganz früher, als ich klein war, wollte ich immer „Tagesschau“-Sprecherin werden, und ich finde das immer noch ganz cool, zumindest die Richtung (lacht). Das ist natürlich das höchste Ziel, das man im Journalismus erreichen kann, so etwas in der Art würde ich schon gern machen. Natürlich kann es aber auch sein, dass ich während des Studiums eine ganz neue Vorliebe von mir entdecke, deswegen will ich mich noch gar nicht festlegen.

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