Toms Top Ten

Das Laufen der Anderen

Für Sie ist es ganz normaler Läuferalltag. Doch John, NSA-Agent, sieht allerlei Gefahrenpotential. Toms Top Ten zur Läufer-Überwachung.

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Laufen aus der Sicht eines Überwachers.

Bild: iStockphoto.com / Mike Kiev

10. Als John Zeuge wird, wie Ihr Smartphone-Wecker um 4:30 klingelt, und Sie daraufhin vor der Arbeit 20 Kilometer laufen, wird er misstrauisch. Warum sollte das jemand tun? Er notiert: Terrorismus-Training.

9. Bald darauf schaut er Ihnen durch die Frontkamera Ihres Computers beim Arbeiten zu. Verdächtig, wie entspannt Sie dreinschauen. John sieht kurz selbst in den Spiegel. Dann schnell wieder weg. Er notiert: Drogen.

8. Aus Ihren Mails und Messages erstellt John eine Tag Cloud der Begriffe, die Ihnen wichtig sind. Es entsteht ein merkwürdig eindimensionales Bild aus langweiligen Themen wie Training, Ernährung und Natur. Er notiert: Hirnwäsche.

7. Durch Ihren Fernseh-Receiver kann John verfolgen, wie Sie abends entspannen. Ist allerdings nicht leicht, so wenig wie Sie fernsehen. Und wenn Sie mal davorsitzen, dann auf dem Ergometer. Er notiert: Fanatismus.

6. John hackt sich in die Auswertungen Ihrer Pulsuhr. Ihren Ruhepuls kann er nicht glauben. Kurz misst er seinen eigenen. Dann notiert er: Schläfer?

5. Unter den Fotos auf Ihrem Smartphone findet John irritierend viele Bilder von Ihnen und Ihren Mitläufern auf Laufwettbewerben. Häufig mit Armen in der Luft. Er notiert: Anfälligkeit für Massenhypnose?

4. Daraufhin lädt er alle Ihre Kontakte herunter. Es sind viele. Und Sie pflegen einen regen Austausch. Kurz vergleicht er das mit seinem eigenen Adressbuch. Das klappt er schnell wieder zu und notiert sich ein paar Ihrer Kontakte, um sie nach Dienstschluss mal zu checken.

3. John schmökert, elektronische Patientendaten sei Dank, in Ihrer Krankenakte. Dort findet er – nichts. Bis auf ein Ziehen in der Leiste, bei dem aber kein Arzt Rat wusste. Ansonsten nur sensationelle Werte. John will etwas notieren, lässt es aber.

2. Mal schauen, denkt sich John, was Sie alles so mit Karte bezahlen. Huch. Konsumorientiert sind Sie ja nicht gerade. Dafür geben Sie ein auffällig hohes Budget für hochwertige Nahrungsmittel aus. John will etwas dazu notieren, aber es wird bloß eine Einkaufsliste für sich selbst.

1. Heute Morgen warf John seine Kündigung in Fort Meade, Maryland, in einen Briefkasten. Fuhr in den Great Smoky Mountains National Park und parkte an einem Treailhead des Blue Ridge Parkways. Dort steht er jetzt und atmet tief durch. Dann läuft er los, hinein in den Indian Summer.

Mehr von Tom alias Marvin Running zwischen zwei (realen oder virtuellen) Buchdeckeln.

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