Marvin Running

Das Kreisen der 5.000

Staffellaufen im Stadtpark? Mit 5.000 anderen Läufern? Wo ist da bitte der Sinn? Herrchen glaubt, er kenne die Antwort.

Marvin Running Stadtparkstaffel

Staffellauf im Stadtpark: Der gemütliche Teil am Vereinstisch.

Bild: Jürgen Meins, TSV Wandsetal

„Wenn ein Hund seinen Schwanz jagt“, nörgele ich, „finden das alle verrückt. Aber wenn 5.000 Menschen im Kreis laufen, bilden sie sich hinterher auch noch was drauf ein. Irgendwas stimmt da nicht.“

Wie erwartet bringe ich Herrchen damit nicht davon ab, beim „MoPo-Staffellauf“ fünf Kilometer für das Team des TSV Wandsetal durch den Hamburger Stadtpark zu laufen.

Hier ist es gerade so voll wie auf einer Geflügelfarm, nur brutaler: 5.000 Läufer hecheln unter Aufbietung aller Kräfte durch ein eingezäuntes Areal. 5.000 Läufer! Mal fünf Kilometer. Da kommen ja mehr Kalorien zusammen als in einer Junior-Tüte.

Der einzige Vorteil: Herrchen ist Startläufer, und so ein 5-Kilometer-Lauf ist ziemlich schnell vorbei. Also kann man sich schnell dem gemütlichen Teil hingeben und sich am Vereinstisch verpflegen. Der steht mit dem Rest des Teams, der gerade nicht läuft, auf der Stadtparkwiese. Ein Grill ist auch schon aufgebaut.

Unsere Gruppe ist 25 Läufer von 13 bis 62 Jahren stark. Was nur lockt diese Menschen hier her? Leichtathletik-Abteilungsleiter Jürgen Meins, beispielsweise: Eigenhändig hat er die ganze Partyausrüstung hergeschafft, organisiert, gemacht, getan, keine Mühen gescheut – warum nur? Doch nicht etwa, um seine Mitmenschen für diesen Sport zu begeistern? Er sähe eindeutig zu nett aus für einen Mann mit einer so hinterhältigen Agenda.

Oder Victor: Läuft mit 57 Jahren die Strecke in knapp über 19 Minuten. Dann geht er zum Grill und kümmert sich darum, dass alle Würstchen bekommen. Dazu philosophiert er ein wenig darüber, wie gut doch das Laufen tue. Brrrr.

Oder Antje, die vor ihrem Lauf strahlt, danach auch – und dann gleich nochmal, als sie ihren zweiten Staffellauf absolviert, weil ein Teilnehmer ausgefallen ist.

Und all die anderen der insgesamt fünf Fünferstaffeln, die rotbackig, verschwitzt und unerklärlich erfüllt von ihrem Lauf an den Tisch kommen.

Was haben die nur davon, dass sie hier so beglückt herumstehen und sich mit alkoholfreiem Weizen zuprosten? Sind die auf Droge?

„So ein Blödsinn, Marvin“, sagt Herrchen. „Was zählt ist die Aufregung, der Einsatz, das Gemeinschaftsgefühl. Und am Ende einfach der Spaß an der Sache.“

Und wie fühle ich mich dabei? Stellen Sie sich einfach vor, es wäre Paarungszeit. Und ich bin ein Stachelschwein.

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