Dieter Baumann

Das erzwungene Dehnprogramm

Ein erzwungenes Dehnprogramm gestaltete Dieter trickreich zur Krafteinheit um.

Dieter Baumann: Lauf der Woche – Das erzwungene Dehnprogramm

Beim Dehnen sah Dieter alt aus, aber bei den Kraftübungen konnte er sich rächen.

Bild: Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Lauf der Woche
Freitag, 13. Januar 2012
Hannover
sehr kurzer Lauf – langes Dehnprogramm


Ich melde mich vom Dauerlaufen – zugegeben, es war ein sehr kurzer Dauerlauf, aber um eines gleich vorweg zu nehmen: es machte Lust auf mehr.

Aber nicht nur das Laufen weckte die Lust auf mehr, sondern auch das anschließende Dehnprogramm. „Mensch Baumann“, werden jetzt mache sagen, „du dehnst dich freiwillig?“ Von freiwillig ist überhaupt nicht die Rede. Ich wurde gezwungen! Für den KKH Allianz-Lauf in diesem Jahr wird eine Broschüre mit allerlei Dehnübungen hergestellt und da war es laut Macher unumgänglich, dass der Schirmherr dieser Lauftour diese Übungen zeigen soll. Also musste ich ran. Was die Macher mir nicht sagten, war, dass noch ein gut aussehendes junges Ding an meiner Seite stehen würde. Vielleicht trauten sie mir die Dehnübungen nicht zu oder wollten sicher gehen, dass man auf den Bilder auch tatsächlich sieht, wie die Übungen richtig auszusehen haben.

Alles begann aber mit einem kurzen Dauerlauf. Wir sollten zu Fotoshooting-Zwecken laufen, draußen. Am vergangenen Freitag war es nur so, dass der Wind nur so durch Hannover fegte. Es war grau und dunkel und, zur Überraschung aller, sah der Fotograf am Horizont die Sonne. Ja, man musste schon ein sehr gutes Auge haben, um die Sonne am Horizont zu entdecken. Fotografen haben ein solches Auge.

Wir hatten kurze Hose und T-Shirt an, klar es ging um unsere Sommersonne-Laufbilder. Da konnte ich schlecht mit Mütze und Handschuhen beim Fotoshooting erscheinen. Wir liefen auf und ab, immer wieder der Sonne entgegen, dabei pfiff uns der Nordpolarwind ins Gesicht. Nein, wir wären weitergelaufen, aber als nach fünf Minuten der Akku der Blitzanlage des Fotografen unterkühlt war und damit nicht mehr funktionierte, durften wir ins Warme. Doch, es wäre ein schöner Dauerlauf geworden.

Die Dehnübungsfotos begannen harmlos. Wade! „Ach, die gute alte Wade“, sagte ich zu mir selbst. Das Dehnen tat richtig gut. Erst die linke Wade, dann die rechte. „Blick nach vorne“, - kam die Anweisung des Fotografen. „Blick nach links, jetzt nach rechts“, „schaut euch doch mal an“. So ging das 20 Minuten. In Worten: zwanzig Minuten! Meine Wade war kurz vor dem Explodieren. Und meine Wade ist intakt.

Ich sage nur Oberschenkelrückseite! Liebe Freunde der Laufkunst, nach diesem Fotoshooting wusste ich mal wieder, warum Dehnung sinnvoll ist. „Schaut nach links“, „jetzt mal gerade“, „dein Kinn Dieter“, „warum streckst du das Knie nicht durch“. „Weil ich einen Krampf im Oberschenkel habe“, schrie ich zum Fotografen zurück.

So ging das, drei Stunden! Das junge Ding verbog sich neben mir, verzog nicht einmal das Gesicht. Sie lächelte, immer, zu jeder Übung.

Dann aber kam die Rache. Kräftigung! Ellbogenstütz. Ich sagte nicht, dass dies meine Lieblingsübung ist. Dass ich genau diese Übung jeden Abend bis zu 15 Minuten durchführe. Wir gingen in Position, ich merkte von der ersten Sekunde an: meine Fotopartnerin hatte Probleme. Die Handflächen begannen zu zittern, die Schultern gaben nach. Als der Fotograf den Auslöser drückte, schloss ich die Augen. „Dieter mach die Augen auf – sorry, nochmal“. Locker stemmte ich mich wieder in die Ausgangslage: Ellbogenstütz, hob aber zu sehr mein Hinterteil, so dass die Aufnahmen nicht zu gebrauchen waren. „Nochmal bitte“ – ja, Fotografen sind in dieser Hinsicht brutal. Wir wiederholten diese Übungen immer und immer wieder. So kam ich noch zur Krafteinheit. Die erste in diesem Jahr.


Dieter Baumann spielt Kabarett
Seine nächsten Termine:

Fr. 30.03.12 - Reinheim - "Zum Kühlen Grund" / 20 Uhr

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