Jörg Peter

Das erfolgreiche Comeback

Jörg Peter

Diesen Schlitten mit Gewichten zog Jörg Peter bei etlichen Trainingsläufen hinter sich her.

Bild: Claus Dahms

Unerwartet kam mit der Wende die bis dahin ungekannte Möglichkeit, mit Laufen echtes Geld zu verdienen. Jörg wollte es noch einmal wissen, trainierte wie einst und war erfolgreich: 1990 und 1991 gewann er den Hamburg-Marathon. Als Dritter des Berlin-Marathons 1990 (2:09:23) unterbot er zum dritten Mal in seiner Karriere die Marke von 2:10 Stunden. In der Vorbereitung auf den Berlin-Marathon hatte Peter sich exakt an seinem alten Training aus DDR-Zeiten orientiert. Er lief über Wochen in der Höhe, allerdings nicht in Äthiopien, sondern in St. Moritz: „Ich habe dort vier Wochen mit Umfängen von 200, 250, 280 und 230 Kilometer trainiert und fuhr dann elf Tage vor dem Berlin-Marathon wieder nach Hause.

Noch heute führt er penibel Trainingstagebuch. Der erste Eintrag stammt vom 5. 1. 1971: „6 km Dauerlauf“. Zurzeit kommen nicht viele Kilometer hinzu. Selbstständigkeit, Familie und die Pflege des Eigenheims lassen gerade noch Raum für zwei Zehner pro Woche.

Natürlich muss sie kommen, die Frage, warum sein Marathonrekord schon so lange nicht geknackt wurde. Die Antwort ist kurz und knapp, aber deutlich: „Wir haben keine Athleten und keine Trainer. Talente werden nicht gefunden, denn es sucht ja keiner danach.“ Sind Jörg Peters 2:08:47 also ein Rekord für die Ewigkeit? „Nein“, lacht der Dresdner, „mein Rekord kann schon morgen gebrochen werden – von einem eingebürgerten Kenianer.“

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