Die Hahner-Zwillinge im Interview

Chaos bei der Generalprobe

Anna und Lisa Hahner liefen dieses Jahr schon am Strand von Rio de Janeiro. Beinahe hätten die Zwillinge es nicht pünktlich zum Start geschafft.

Hahnertwins Rio Strand

Anna und Lisa Hahner liefen dieses Jahr schon am Strand von Rio de Janeiro.

Bild: BMW AG

Es wird Ihr dritter Start beim Berlin-Marathon sein. Was macht diese Veranstaltung aus?

Anna Hahner: „Der Berlin-Marathon ist stimmungsmäßig unschlagbar. Auf der kompletten Distanz von 42,195 Kilometern stehen Zuschauer, die die Läufer anfeuern und ihnen zujubeln. Der krönende Abschluss ist die Zielgerade durch das Brandenburger Tor. Das ist ein absolutes Gänsehautfeeling, plötzlich ist das riesige Bauwerk vor einem und man fühlt sich selbst so klein. Gleichzeitig weiß man, dass man was Großes vollbracht hat, nämlich einen Marathon gelaufen zu sein.“

Lisa, Ihre Bestzeit liegt bei 2:30:17 Stunden, gelaufen 2013 in Frankfurt. In diesem Jahr werden Sie dort erneut starten. Welches Ziel haben Sie sich gesetzt?

Lisa Hahner: „Ich möchte in Frankfurt die Norm für die Olympischen Spiele laufen. Dafür werde ich ein ganzes Stück schneller als meine Bestzeit laufen. Außerdem sind in Frankfurt in diesem Jahr die Deutschen Marathonmeisterschaften. Ich denke, dass ich mit einer Zeit deutlich unter 2:30 Stunden um den Titel mitlaufen werde.“

Frankfurt ist Ihr Heimatmarathon und daher sicher etwas Besonderes. Sind Sie heimatverbunden?

Lisa Hahner: „Mit dem Frankfurt Marathon verbinde ich viele schöne Erinnerungen. Heimat ist für mich ein Gefühl, das ich an besonderen Orten empfinde. Dazu zählen die hessische Vorderrhön, wo ich aufgewachsen bin, und der Schwarzwald, wo ich mittlerweile wohne. Ich liebe beide Orte und würde mich als hessische Schwarzwaldläuferin bezeichnen.“

In Berlin – als Titelpartner – und auch in Frankfurt ist BMW als Partner mit am Start. Wie wichtig ist das umfangreiche BMW-Engagement für den Laufsport?

Anna Hahner: „Das Engagement von BMW ist für den Laufsport genial, dadurch bekommt er eine größere Aufmerksamkeit. Wir spüren die Strahlkraft von BMW auch in unseren Trainingslagern. In Äthiopien saßen wir mit Doppel-Olympiasieger und Weltmeister Mo Farah beim Kaffee zusammen und er hat uns ganz begeistert erzählt, dass er auch einen BMW fährt.“

Plaudern Sie doch mal aus dem Nähkästchen: Gibt es eine lustige Anekdote oder Kuriosität, die Sie bei Ihrer Rio-Reise erlebt haben?

Anna Hahner: „Ich glaube das Kurioseste war die Fahrt am Morgen vom Marathon zum Start. Mit einem sehr motivierten Fahrstil des Taxifahrers habe ich es drei Minuten vor Startschuss an die Startlinie geschafft. Geplant war eigentlich, dass ich eineinhalb Stunden vorher da bin. Aber der Verkehr in Rio ist überhaupt nicht planbar.“

Immer am Grinsen: Die Hahnertwins genießen nicht nur aufgrund ihrer sportlichen Erfolge große Beliebtheit in der Laufszene, auch ihre positive Art begeistert.

Bild: BMW AG

Lisa Hahner: „Da kann ich mich anschließen. Ich bin die letzten zwei Kilometer zur Startlinie gerannt und habe erst während des Countdowns die Startlinie zu meinem Halbmarathon erreicht. Das alles, obwohl es sogar eine technische Besprechung am Vortag des Wettkampfs gab, wo uns gesagt wurde, dass angeblich ein Bus die Elite-Athleten beim Hotel abholen würde. Nach 45-minütigem Warten haben wir dann selbst unser Glück in die Hand genommen und den Transfer zum Start organisiert.“

Wer ist Ihr sportlich größtes Idol?

Anna Hahner: „Haile Gebrselassie. Wir hatten das Glück, ihn während unseres Trainingslagers in Äthiopien persönlich kennenlernen zu dürfen. Er ist eine faszinierende Person, die so viel Wärme und Freude ausstrahlt. Und darüber hinaus natürlich eine absolute Ikone im Langstreckenlauf. Mir hat es imponiert, wie er mit seinen Mitmenschen umgeht.“

Lisa Hahner: „Haile ist grandios. Er läuft so federleicht wie eine Gazelle, es ist großartig, ihn laufen zu sehen. Haile ist ein Vorbild als Mensch, als Sportler und als Geschäftsmann.“

Unternehmen wir eine kleine Zeitreise: Sie sitzen heute in einem Jahr zusammen im Café und unterhalten sich über die vergangenen Monate. Was würden Sie sich gerne erzählen?

Anna Hahner: „Ich habe mir seit vier Jahren ausgemalt, wie großartig es sein wird, den Olympischen Marathon in Rio zu laufen. Jetzt ist er einen Monat her und ich bin immer noch geflasht. Er hat alle meine Erwartungen sogar noch um Längen übertroffen. Einfach nur megamäßig, das war der absolute Oberhammer.“

Lisa Hahner: „Was kann es cooleres geben, als bei den Olympischen Spielen die beste sportliche Leistung zu bringen? Das haben wir geschafft. Im Ziel liegen wir uns total überwältigt, erschöpft und mega-glücklich in den Armen.“

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Hahnertwins auf dem Weg nach Rio


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