Toms Top Ten

Ausgebremst

Ab und zu fühlen sich Mitmenschen berufen, uns Läufer zu bremsen und zu maßregeln. Tom hat in seiner Top Ten die fiesesten Ausbremsmanöver gesammelt.

Toms Top Ten: Ausgebremst

Bremst diese Wahnsinnigen! Läufer sind nicht immer gern gesehen.

Bild: Tom

10. Ruhestörung: Gerne nehmen Wander-Pulks die ganze Wegbreite ein. Läufer, die von hinten kommen und „Entschuldigung!“ rufen, stören da nur. Was tut also der Pulk? Gaaanz langsam umdrehen und warten, bis Schwarmintelligenz passiert. Das heißt: Alle stehen rum und gucken wie Kuh, nur der Läufer kurvt außen durchs Gehölz. Selbst schuld.

9. Pflicht: Morgens aufstehen und laufen? Total bescheuert, Läufer haben wohl noch nicht genug Stress im Job. Diese selbstauferlegte Pflicht ist doch das Gegenteil von Freiheit. Und Freiheit ist wertvoll – solange man sie nicht nutzen muss.

8. Nächstenliebe: Sie kommen beim Intervall-Lauf angesprintet. Ein Passant hebt die Hand und ruft: „Entschuldigung!“ Sie halten an. Er sagt: „Sie laufen zu schnell. Das ist nicht gesund.“ Für solch kompetenten Ratschlag sind Sie sicher unendlich dankbar.

7. Stress-Manager: Die Variation der Nächstenliebe. Während Sie zügig laufen, macht der Stress-Manager Bremsbewegungen mit der Hand. Seine Körpersprache sagt: „Schau mal, wie entspannt und glücklich ich bin.“ „Ausgepowert und glücklich“ dagegen bezeichnet die Landkarte des Stress-Managers als „There-Be-Monsters“-Territorium.

6. Seelsorger: Manche Zeitgenossen, vorzugsweise solche, die vor Bildschirmen die rechtmäßig erworbene Einstellung pflegen: „Amüsier mich!“, und die damit ein hohes Maß an Lebensweisheit erreicht haben, rufen Läufern gerne zu: „Sie haben etwas verloren!“ Reagiert man darauf und hält, sagen sie: „Zeit! Ha, ha!“

5. Linksdrall: Manchmal hat man als Läufer das Gefühl, Spaziergänger weichen nach links aus, wenn man sie links überholt. Das muss Einbildung sein.

4. Hunde: Im Naturschutzgebiet, nicht angeleint, zähnefletschend. Sie sind schuld, sagt das Herrchen, denn durch Ihre Lauferei haben Sie den braven Bullmastiff „Blitzkrieg“ total verstört.

3. Technische Überlegenheit Auto: Bei Schietwetter kurz mal etwas näher an diesem Läufertypen vorbeifahren, langsamer werden und Kopf schütteln. So kann man demonstrieren: Kannst dir wohl kein Dach überm Kopf leisten, wa?

2. Volksgesundheit: In diesen dünnen Klamotten holt sich der da bestimmt einen Schnupfen, rügt man Sie. Und dann steckt er noch alle an. Einen selbst habe es auch schon erwischt.

1. Essgewohnheiten: Hier werden Sie ausnahmsweise mal animiert. Und zwar zum Essen. Meist mit Worten wie: „Was, nur Salat? Du fällst doch schon vom Fleisch!“ Dahinter steht ehrliche Sorge. Nur um was, das ist nicht ganz klar.

Und geht man als Läufer nun damit um? Diskutieren, veräppeln, weggrätschen? Nichts da. Vergessen und weiterlaufen. Jeder ist seines Glückes Schmied. Es sei denn natürlich, der Hammer ist ihm längst zu schwer geworden.

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