Lauf der Woche

Alptraumhafter 10-Kilometer-Lauf

Dieter Baumann hatte vor seinem Start beim Münchner Stadtlauf einen fürchterlichen Läufer-Alptraum.

SportScheck Stadtlauf München

In Dieters Alptraum schien die Sonne, die Realität beim Stadtlauf München 2014 sah allerdings anders aus: Es regnete.

Bild: SportScheck Stadtlauf München

Lauf der Woche
Sonntag 29.06.2014
München
Alptraumhafter 10-Kilometer-Lauf


Ich melde mich vom Dauerlaufen mit einem Trainingstipp: Wer vor einem Rennen unnötig auf die Kacke haut, bekommt Alpträume. Dieser Trainingstipp kommt nicht von Ernst van Aaken oder Martin Grüning, sondern der kommt von mir. Denn ich hatte vor meinem Start beim Münchner Stadtlauf einen fürchterlichen Alptraum. In aller Bescheidenheit wies ich darauf hin, dass Nils Schumann, der 800-Meter-Olympiasieger im Jahr 2000, natürlich eine Chance gegen mich hätte, wenn wir 400 Meter laufen würden. Aber doch bitte nicht über 10 km! Im Interview sagte ich: „Nicht mal im Traum hat er eine Chance“.

Hätte ich nur nicht davon gesprochen, vom Träumen und so.....

In meinem Traum lachte die Sonne über München. Tausende, glückliche Läufer freuten sich auf die schöne Strecke durch den englischen Garten. Ich stand mit Nils Schumann in der ersten Startreihe und zu meiner Überraschung war auch Oliver Dietz gekommen. Im Traum sah er immer noch so aus wie damals: jugendlich, dünn, austrainiert und immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Dann der Start – zack - erster Kilometer – zack - 3:20 Minuten. Ach was soll ich sagen? Locker, leicht, Nasenatmung! Wie es eben so geht im Traum. Vorweg tobten ein paar Jungs, dann wir, die zweite Gruppe. Vier fünf Mann, auch Schumann, schwere Atmung, schwerer Schritt. Zweiter Kilometer – zack – 3:20 Minuten. Schumann war weg – zack. 100 Meter vor uns sah ich den führenden Läufer mit Radbegleitung. Wir wechselten uns ab. Von Kilometer zu Kilometer – zack – immer 3:20 Minuten – zack.

Bei Kilometer sechs kamen wir näher – zack – bei Kilometer sieben – zack – wieder 3:20 Minuten – zack - waren wir fast dran.

Wir überholten den letzten Läufer im Halbmarathonfeld. Er feuerte uns an, wir ihn. Plötzlich sah ich vor mir eine große Läufergruppe. Alles Halbmarathonläufer, dachte ich ungläubig. Und die Jungs hatten richtig Tempo drauf, doch wir kamen vorbei, zu Kilometer sieben – zack – wieder Kilometer SIEBEN?

„Welche Strecke läufst du?“, raunte ich einem Läufer zu. „den Zehner“. Ich hielt bei einem Streckenposten: „Wo ist die 10-Kilometer-Strecke?“ „Du bist doch drauf. Einfach weiter gerade aus.“ „Nein die richtige 10-Kilometer-Strecke!“, schrie ich. „Wir sind die Führungsgruppe!“

Der Albtraum begann. Verwirrt, wild gestikulierend und mit großen Augen schrie ich den Streckenposten zu: „Wo ist die Strecke?“ „Immer gerade aus“, bekam ich zur Antwort. Ich lief weiter und kam – zack – wieder zu Kilometer sieben – zack. „Wohin?“ schrie ich. „Gerade aus. Immer gerade aus“.

So lief ich im wunderschönen englischen Garten um den Kleinhesseloher See. Aber nicht nur ich, sondern alle Läuferinnen und Läufer liefen um den Kleinhesseloher See. Runde um Runde. Es wurde eng und enger, alles und jeder drängelte, schubste und schrie: Wohin? Zur Antwort brüllten die Streckenposten im Chor: „Gerade aus“. Es war ein einziges Chaos.

Nur Nils Schumann schaffte es ins Ziel. Seine Zeit: 38:17 Minuten. Schweißgebadet wachte ich auf.

Gott sei Dank war es nur ein Traum. Kurioserweise ist meine Zeit in der Ergebnisliste mit 38:17 notiert. Ansonsten kann ich mich an das richtige Rennen nicht erinnern. Nur an den Traum.

Dieter baumann spielt Kabarett

Bild: Privat

Dieter Baumann, die Götter und Olympia - Termine 2014

• 3. Juli 2014 Stuttgart / Theaterhaus Stuttgart / 20:15 Uhr
• 19. September 2014 Maulbronn / Stadthalle 20:00 Uhr
• 25. September 2014 Ulm
• 26. September 2014 Schwäbisch Gmünd / 20:00 Uhr
• 11. Oktober 2014 Bräunlingen

Dieter Baumann: Lauf der Woche:

"Sorry, habe Wade, kann nicht lau...