Weltrekord

Adam Campbell läuft Marathon im Anzug in 2:35 Stunden

Der Kanadier ist eigentlich Trailläufer und hat nun einen neuen Weltrekord aufgestellt: Er lief den Marathon in einem Business-Anzug in 2:35 Stunden. Das Interview.

Adam Campbell läuft Marathon im Anzug

Zuvor stand der Rekord bei 3:24 Stunden aufgestellt von dem Engländer Paul Buchanan.

Bild: KGK

Adam Campbell ist in seiner Heimat Kanada einen Marathon in einem Business-Anzug in 2:35 Stunden gelaufen. Das hat vor ihm noch keiner geschafft und somit hat Adam nun den Weltrekord inne. Der Kanadier ist eigentlich Trailläufer, dabei immer auf den extremsten und schönsten Bergstrecken der Welt zu finden. Er war bereits in der Kanadischen Nationalmannschaft im Triathlon und Duathlon. 2007 begann Adam Campbell mit dem Traillaufen und war sofort erfolgreich. Er wurde Zweiter beim Ultra-Trail Mount Fuji in Japan und gehört auch in der europäischen Szene zu den Besten.

Adam, warum sind Sie einen Marathon in einem Anzug gelaufen? Stehen Sie so auf Anzüge?

Adam Campbell:
Das ist eigentlich gerade das Witzige. Mein ganzes Leben lang habe ich Anzüge und schicke Kleidung gehasst, besonders Krawatten! In meiner Kanzlei bin ich als sportlich Gekleideter mittlerweile bekannt. Ich entschied mich für diese Herausforderung als eine Art Spendenlauf für Access Pro Bono, eine kanadische Gruppe, die kostenlose juristische Dienste denen anbietet, die sie sich sonst nicht leisten könnten. Ich hatte den Rekord erst vor einigen Wochen gesehen und dachte mir sofort, dass ich den schlagen könnte. So nutzte ich die Gelegenheit endlich meine zwei Seiten zu vereinen, meine berufliche und meine läuferische. Nebenbei wollte ich Aufmerksamkeit gewinnen und natürlich Spaß haben – und den hatte ich, sogar sehr viel.

Man kennt Sie eigentlich als erfolgreichen Trailläufer. Laufen Sie nur wieder in der Stadt einen Marathon, wenn es um einen Weltrekord geht?

Adam Campbell:
Haha, ja, könnte man so sagen. Ich bin zuvor schon zwei Straßenläufe gelaufen. Auch wenn ich das Laufen liebe und damit auch Erfolg hatte, zieht es mich einfach mehr ins Gelände und in die Berge. Ich laufe nur auf Asphalt, wenn es die einzige Möglichkeit am Tag ist einen Lauf unterzubringen, aber meine erste Wahl ist es nicht.

Eigentlich hasst Adam Campbell es Anzüge zu tragen; trotzdem tat er es 2:35 Stunden lang.

Bild: KGK

Wie war es während des Rennens? Wie angenehm war das Material?

Adam Campbell:
Der Anzug war wirklich angenehmer als ich gedacht hätte. Es hat eigentlich kaum gerieben, aber es war unglaublich heiß. Die Temperaturen am Renntag waren ungewöhnlich warm für diese Jahreszeit, über 20°C, mir wurde viel zu heiß. Von Kilometer 26 bis 38 wurde mir richtig schlecht wegen der Hitze, aber ich habe einfach immer weiter Wasser über mich geleert um mich abzukühlen. Das wiederum machte den Anzug unwahrscheinlich schwer. Von dem allem abgesehen, hatte ich sehr viel Spaß. Ich wohne in Victoria und da hatte meine Ankündigung einen Weltrekord aufzustellen viel Staub aufgewirbelt. Ich hatte während der ganzen Strecke Leute, die mich anfeuerten und klatschten. Ich bezweifle, dass ich nochmal einen Marathon im Anzug laufe und versuchte deshalb einfach viel aus dieser Erfahrung rauszuholen, über mich selbst zu lachen und Spaß an dem Tag zu haben.

Was kommt als nächstes? Schon neue Ideen für Kostüme? Oder bleiben Sie jetzt wieder beim Trailrunning?

Adam Campbell:
Ja, für mich geht’s wieder auf die Trail-Strecken. Ich glaube nicht, dass ich nochmal einen Anzug-Lauf-Rekord aufstellen werde, aber ich habe auch gelernt niemals nie zu sagen. Wenn nun also der richtige Moment der Inspiration kommt und ich Spaß haben will, dann versuche ich vielleicht noch etwas anderes. Letzten Endes habe ich den Ansporn mich bei großen internationalen Trail- und Ultraläufen zu messen und darauf werde ich jetzt auch wieder meinen Fokus legen.

Sie arbeiten eng mit dem kanadischen Funktionskleidungshersteller Arc’teryx zusammen. Sie beraten den Hersteller in Material- und Formfragen, da Sie durch Ihr Traillaufen unter extremsten Bedingungen viel zur Optimierung beitragen können. Haben Sie denn nun von dieser Aktion etwas gelernt, was Sie an Arc’teryx weitergeben können?

Adam Campbell:
Gleich nach dem Rennen habe ich den Leuten von Arc’teryx gesagt, wie ich technische Stoffe ab heute wieder wertschätze. Baumwolle ist einfach nicht angenehm und auch zu warm. Alles was Feuchtigkeit aufnimmt, macht den Unterschied in der Leistung. Es ist interessant, denn ich glaube, dass zu viele Anzughersteller atmungsaktive Stoffe nicht berücksichtigen und etwas betriebsblind sind. Sie könnten wirklich viel über verbesserten Tragekomfort ihrer Kleidung von innovativen Marken wie Arc’teryx lernen.

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