Marvin Running

Achim Achilles live

Achim Achilles passe zum Laufen wie Nutella zum Brötchen, meint Herrchen. Daher lässt er sich den Auftritt nicht entgehen. Ich kann ja nicht anders, ich muss mit.

Brötchen mit Nutella

Brötchen + Nutella – ein Paar für Marvin. Herrchen zieht Laufen + Achim Achilles vor.

Bild: marshi / aboutpixel.de

Das Goldbek-Haus ist restlos ausverkauft, als Achim im stilsicheren Outfit des Clowns im Laufzirkus auf die Bühne joggt. Der Saal tobt. „Wo hat er nur die pinkfarbenen Kompressionssocken her?“, flüstere ich.

„Es fehlen eigentlich noch Funktions-Strapse in Fliederfarbe.“ Herrchen grinst schon, bevor es richtig losgeht.

Ich antworte: „Ach, das sagt ausgerechnet derjenige, der im Schottenrock durch den Wald läuft?“

„Das ist was anderes“, nuschelt er schnell.

Zur Einstimmung spielt Achim einen Film ab, in dem zwei Lack-Und-Leder-Models mit rhythmischen Hieben ihrer Reitgerten die Lauflust des Wunderläufers anheizen. Herrchen starrt interessiert hin. „Originelle Technik, seinen Schweinehund zu überwinden.“

„Würde mir tatsächlich besser gefallen als dein Ansatz“, seufze ich.

Achim massiert das gröhlende Publikum mit Kunstgriffen à la Otternase, die aus der Hose lugt. Oder Singlebörsen-Spekulant Kuddel, dessen Aktien bei der mageren Frauenquote im Lauftreff nicht gerade gut stehen. Oder Mona, die Läuferfrau, die fragt, wie lange er denn gestern Nacht noch gemacht habe. Und natürlich bekommen die Walker hier ordentlich ihr Fett weg.

„Wie gemein“, sage ich. „Nur weil Walker im Gegensatz zu Läufern das Leben noch genießen können.“ Natürlich ignoriert Herrchen diesen Einwurf.

Für die Hamburger beschreibt Achim seine schönsten Momente beim Hamburg-Triathlon. Beispielsweise, wie ein vorausschwimmender Athlet das ökologisch instabile Alsterwasser mit persönlichen Inhalten bereichert hat. Mageninhalten, um genau zu sein.

„Kauf dir mal 'ne Tüte Humor!“, schnauze ich Herrchen an, der sich über richtig Zotiges besonders gut schlapplachen kann.

„‘ne Kotztüte?“, keucht der halb im Lachkrampf. Ich gebe die Hoffnung für ihn auf.

Als Achim à la ‚Feuchtgebiete‘ en détail auf geruchliche und geschmackliche Nuancen des Läuferkörpers eingeht, prustet die Blondine neben uns, die sich vor der Vorstellung noch lauthals über Blind Dates ausgelassen hat: „Oh ja!“ Und Herrchen blökt dazu vor Lachen wie ein Seehund nach einem besonders gelungenen Balanceakt. ‚Wie peinlich‘, denke ich und werde nicht beachtet. Der Saal kocht. Irgendwie bin ich hier mit meiner Meinung alleine.

So wie immer.

Marvin läuft jetzt auch auf dem Kindle.

Bekenntnisse eines Schweinehunds:

Eine Fitter-Schneller-Stärker-Dos...