Interview

"Ich bin ein Brötchen-Esser"

Jana Sussmann erzählt wie ein trainingsfreier Tag aussieht, was zum Frühstück auf den Tisch kommt und was ihr im Alltag wichtig ist.

Könntest du mal einen typischen trainingsfreien Tag beschreiben, oder gibt es so etwas bei dir gar nicht?

Jana Sussmann: Klar, das gibt’s schon, vor allem vor dem Wettkampf, sonst meistens sonntags. Ich schlafe dann erst mal aus. Momentan wohne ich ja bei meinen Eltern, mit denen frühstücke ich dann auch. Wir sitzen sehr lange zusammen und unterhalten uns. Ich bin der totale Familienmensch und genieße das sehr. Nachmittags treffe ich mich dann oft mit Freunden im Café, esse ein Stück Kuchen, trinke Cappuc­cino, tratsche ein bisschen, gehe vielleicht noch mit dem Hund meiner Eltern spa­zieren. Abends wird gemeinsam mit der Familie gekocht und gegessen. Dann ­gucke ich vielleicht noch einen Film oder bade – irgendwas Entspanntes.

Du machst an solchen Tagen wirklich gar keinen Sport? Morgens vielleicht eine kleine Runde durch den Park?

Jana Sussmann: Nein, der Tag ist dann wirklich komplett trainingsfrei.

Und wie sieht im Gegensatz dazu ein gewöhnlicher Trainingstag bei dir aus?

Jana Sussmann: Um 7 Uhr stehe ich auf, frühstücke, um 11 Uhr ist das Training. Dann kommt das Mittagessen. Manchmal mache ich nachmittags auch noch einen lockeren Dauerlauf. Nachmittags gehe ich mit einer Freundin Kaffee trinken oder so. Im Moment habe ich noch viel Freizeit, daran muss ich mich erst mal gewöhnen. Während der Ausbildung war das noch ganz anders. Im Trainingslager sehen die Tage ähnlich aus, da sind dann aber auf jeden Fall zwei Trainingseinheiten angesagt.

Bei der Hamburger Sparkasse hattest du einen speziellen Ausbildungsvertrag für Sportler. Gibt es von der Uni auch besondere Regelungen im Studium oder spezielle Studienmodelle für Leistungssportler?

Jana Sussmann: Nein, spezielle Modelle gibt es nicht. Ich studiere ganz normal an der Uni. Aber es gibt eine Kooperation zwischen Olympiastützpunkt und Uni. Ich muss meinen Plan vorlegen, wann ich Wettkämpfe habe, ins Trainingslager muss usw., und das mit den Prüfungsterminen abgleichen. Sollten die Prüfungstermine mit Trainingslager oder Wettkämpfen kollidieren, kümmert sich der Olympiastützpunkt darum, dass ich die Prüfung vorher oder nachher individuell machen kann. Es gibt zum Beispiel auch die Möglichkeit, eine Prüfung im Trainingslager unter Aufsicht zu schreiben. All das wird zwischen dem Olympiastützpunkt und den Professoren abgesprochen.

Was ist dein Ausgleich zum Sport?

Jana Sussmann: Die Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden ist für mich Ausgleich genug. Ich lese auch sehr viel, aber einen anderen Sport mache ich nicht. Ich habe zwar ein Rennrad, aber das nutze ich vorrangig für regenerative Einheiten. Ich fahre sehr gern am Deich an der Elbe entlang, in Richtung Geesthacht. Die Landschaft dort ist einfach wunderschön.

Bei der richtigen Ernährung für Sportler gehen die Meinungen ja sehr auseinander. An welche Ernährungsempfehlungen oder Richtlinien hältst du dich?

Jana Sussmann: Ich habe keinen genauen Plan, was das Essen betrifft. Einige in meinem Alter ­haben ja richtige Ernährungspläne. Das brauche ich zumindest bislang noch nicht. Wenn man sich ein bisschen informiert, weiß man meistens ja auch, was man essen sollte und was lieber nicht. Ich ernähre mich schon von Haus aus gern gesund und ausgewogen.

Wie sieht denn bei dir ein typisches Frühstück aus?

Jana Sussmann: Ich bin eher der Brötchen-Esser und ­stehe nicht so auf Müsli. Wir backen zu Hause das Brot selbst. Am Wochenende gibt’s Brötchen. Darauf kommt alles, ­worauf ich Appetit habe: Käse, Wurst mit Frischkäse, Nutella oder Eier. Die gibt’s aber nur, wenn ich danach nicht laufe.

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