Simon Stützel

"Großes Risiko außerhalb der Komfort-Zone"

Simon Stützel gehörte 2013 noch zu den schnellsten 1.500-m-Läufern Deutschlands. Das Jahr 2015 startete er mit einem starken Marathon-Debüt in 2:17:51. Sein Weg zum Marathonläufer.

Simon Stützel

Simon Stützel lieferte im texanischen Houston ein beachtliches Marathondebüt ab.

Bild: Jan-Lukas Becker

Simon Stützel von der TSG Roth lief am 18. Januar im texanischen Houston sein Marathon-Debüt. Hierbei erreichte er nach einem ziemlich gleichmäßigen Rennen das Ziel als Zwölftplatzierter in 2:17:51 Stunden. Mit dieser Zeit hätte er in der letztjährigen DLV-Bestenliste den fünften Platz belegt.

Simon Stützels Weg vom Mittel- zum Langstreckenläufer

Bis zu dieser Leistung hat Simon einen weiten Weg hinter sich gebracht. Schließlich kommt er von deutlich kürzeren Strecken und war im Jahr 2013 mit einer Zeit von 3:42,11 min noch unter den zehn schnellsten 1.500-m-Läufern Deutschlands zu finden. Doch der 28-Jährige, der in den USA studiert hat und im Zuge dessen die Firma Scholarbook gegründet hat, die jungen Sportlern aus Deutschland hilft, Stipendien an US-Colleges zu bekommen, orientierte sich in den vergangenen Jahren immer mehr in Richtung Langstrecken. So rannte er im Jahr 2013 die 5.000 Meter in 13:52,78 Minuten und wurde Deutscher Vize-Meister im 10-km-Straßenlauf in 29:43 Minuten. Im vergangenen Jahr verbesserte er seine 5.000-m-Zeit auf 13:41,13 und lief sein erstes 10.000-m-Bahnrennen in 28:56,24. Aus dem Herbst 2013 hat er eine Halbmarathonzeit von 66:07 min vorzuweisen.

Simon Stützel entdeckt die „Faszination Marathon“ für sich

Nachdem er schon mehrfach als Tempomacher bei Marathonläufen dabei war, hatte Simon Blut geleckt und wollte nun auch selbst einmal die „Königs-Distanz“ unter die Füße nehmen. Hierfür trainierte er sehr ambitioniert, schließlich wollte er bei seinem Debüt eine Zeit von deutlich unter 2:20 Stunden erreichen. Da er auch beruflich in die USA reisen wollte, bot sich das Rennen in Houston Mitte Januar an. Unterstützt von mehreren Läufer-Kollegen, unter anderem seinen neuen Vereinskollegen von der TSG Roth, Timo Göhler und Sebastian Reinwand, schlug er das für ihn genau richtige Anfangstempo an und erreichte die Halbmarathonmarke in 68:54 Minuten. Mit einer nahezu gleich schnellen zweiten Rennhälfte erreichte er das Ziel nach 2:17:51 Stunden, obwohl er auf den letzten Kilometern mit Magenproblemen zu kämpfen hatte. Damit setzte er aus deutscher Sicht das erste Achtungszeichen im neuen Jahr über die Marathondistanz.

Simon Stützel geht es im Sport darum, seine Grenzen zu verschieben. Und genau aus diesem Grund entschied er sich für das Marathon-Debüt, das er als „großes Risiko außerhalb der Komfort-Zone“ bezeichnete. Mit seinem Rennen zeigte sich Simon Stützel hinterher sehr zufrieden. Wie er auf seiner Homepage berichtet, hatte er sein Debüt auf dem „langen Kanten“ bewusst nicht an die hohe Glocke gehängt; schließlich hatte er schon oft miterlebt, dass sehr gute 5.000-m- und 10.000-m-Läufer sich bei ihrem ersten Marathon sehr schwer taten.

Simon Stützels Ziele für die kommenden zwei Jahre

Als reinen Marathonläufer sieht Stützel sich indes noch lange nicht. Sein nächstes großes Ziel ist die Leichtathletik-Europameisterschaft 2016 in Amsterdam. Dort möchte er gerne über 10.000 m oder im Halbmarathon, der dann erstmals bei einer EM ausgetragen werden wird, an den Start gehen.

Im Jahr 2015 will Simon auf den Strecken von 5.000 bis Halbmarathon weiter für Furore sorgen. Im Frühjahr würde er gerne schon die 65-min-Marke über die 21,1 km knacken und für den Herbst peilt er 64:30 Minuten an. Außerdem würde er gerne wieder DM-Medaillen über 5.000 m und im 10-km-Straßenlauf holen, sowie den einen oder anderen Deutschen Meistertitel mit dem Team.

Als Mitglied der TSG Roth in Bayern hat er nun sehr starke Vereinskollegen, unter anderem Julian Flügel und Sebastian Reinwand, mit denen er die Deutsche Langstreckenszene aufmischen kann. Dass der Team-Gedanke auch in der Individualsportart Leichtathletik eine große Rolle spielen und zu neuen Höchstleistungen pushen kann, hat er während seines Studiums in den USA erfahren.

Simon Stützel hilft deutschen Talenten zu Studienplätzen in den USA

Nach den eigenen positiven Erfahrungen, die Stützel an den US-Unis gemacht hat, hat er mit ein paar Läuferkollegen das Unternehmen Scholarbook gegründet. Ziel ist es, jungen Talenten aus Deutschland Sport-Stipendien an US-Colleges zu vermitteln. Schließlich seien in den USA Studium und Sport aufeinander abgestimmt, sodass man beides viel besser unter einen Hut bekomme als hierzulande. Sein Unternehmen wird sehr gut angenommen und mittlerweile vermittelt Simon Stützel mit seinen Mitarbeitern rund 300 US-Studienplätze pro Jahr an junge deutsche Sportler. Somit möchte er anderen Sportlern die Möglichkeit geben, sich menschlich und kulturell weiter zu entwickeln und sportlich das nächste Level zu erreichen, so wie es ihm auch gelungen ist.

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