"Eintönigkeit ist der Witz an der Geschichte"

Beinahe wären Sie Arzt geworden. Hat Ihnen Ihre frühe Neigung bei Laufverletzungen geholfen?

So viele waren es nicht. Anfangs, bevor ich Einlagen bekam, hatte ich mit den Füßen Probleme, weil ich Senk-Spreiz-Knickfüße habe. Und jetzt habe ich seit Mai zum ersten Mal eine Plantarsehnen-Entzündung bekommen. Aber das Medizin-Studium macht alles nur schlimmer, weil man sich eben trotzdem nicht helfen kann.

Und man muss als Schulmediziner lernen, plötzlich solchen Menschen wie Osteopathen zu vertrauen. Dieses ganzheitliche Denken ist ja gar nicht unseres. Tablette und Kortisol-Spritze müssten eigentlich reichen. Aber das ist eben nicht so.

Nutzen Sie die Laufzeit auch beruflich zum Rollenlernen oder nur zur Entspannung?

Entspannend ist Laufen ja nie. Man ist ständig mit irgendeinem Gedanken beschäftigt. Eigentlich ist es eine Verarbeitung von Gedanken durch Monotonie. Wenn der Satz noch nicht richtig stimmt, irgendetwas am Bühnenbild noch nicht passt – nach dem Laufen hat man oft die Lösung.

Laufen Sie auch mit MP3-Player?

Nein, auf keinen Fall! Entweder man läuft und langweilt sich und hört auf seinem Atem oder man läuft nicht. Die Eintönigkeit ist ja der Witz an der Geschichte. Ich habe übrigens noch nicht mal eine Uhr dabei. Wenn ich hier in Hamburg losgelaufen bin, habe ich auf eine große Uhr vor der Apotheke in meiner Straße geschaut.

Obwohl längst nicht alle Schauspieler sportlich wirken, müsste ein hohes Maß an Fitness und Körperbeherrschung dem Beruf doch ganz gut tun, oder?

Es kommt darauf an, was man spielen will. Für Fechten, Tanzen und diese Comedy-Sachen wie hinfallen, vom Stuhl fallen, sich verprügeln, muss man trainiert sein. Wenn man das nicht spielen will, dann nicht. Es gibt viele Schauspieler, die machen Karriere, ohne jemals so gespielt zu haben. Aber ich interessiere mich sehr für solche Arten des Spielens, für das körperliche Spielen. Wenn ich etwas nicht kann, dann ärgert mich das. Also muss ich grundsätzlich sportlich sein.

Vor Ihrem "Tatort"-Einsatz waren Sie außerhalb Hamburgs eher ein "Geheimtipp". Werden Sie inzwischen beim Laufen oft erkannt?

Komischerweise wurde ich beim Laufen noch nie erkannt. Es kann sein, dass ich dafür zu schnell bin.

Interview: Frank Hofmann

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