Tod bei Laufveranstaltungen

Bereits neun Tote bei Läufen dieses Jahr

German Road Races möchte diese traurige Entwicklung bei deutschen Straßenläufen aufhalten.

Todesfälle_420x310

Bild: www.photorun.net

Die Interessensgemeinschaft der großen deutschen Straßenlauf-Veranstaltungen German Road Races sorgt sich um die Gesundheit der Läuferschar. Denn bei Laufveranstaltungen in Deutschland, aber auch im Ausland wie kürzlich vom Comrades-Marathon in Südafrika, sind bereits in diesem Jahr neun Tote zu vermelden. Eine Zahl, die die Sprecher des GRR mit großer Sorge registrierten und angesichts der vorschnell in die Diskussion gebrachten Vorkehrungsmaßnahmen zu einer Umfrage unter den GRR-Mitgliedern führte.

Im Notfall besser gewappnet
Mehr als 75 Prozent der GRR-Laufveranstalter haben sich mit zum Teil ausführlichen Statements zu Wort gemeldet, so dass dem Sprechergremium von German Road Races ein fundiertes Meinungsbild vorliegt. Nach Auswertung wird den insgesamt 48 GRR-Mitgliedern, die in Deutschland mehr als 350.000 Läufer auf die Straßen bringen, ein Maßnahmenkatalog vorgeschlagen, der sicherlich nicht die Todesfälle ganz verhindern kann, sondern vielmehr Strategien an die Hand geben soll, um in Notsituationen besser gerüstet zu sein. Auch der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV), der letztlich die Veranstaltungen genehmigt und die Einhaltung der allgemeinen Veranstaltungsregeln beaufsichtigt, hat bereits großes Interesse an einer Entwicklung von geeigneten Maßnahmen mit German Road Races bekundet.

Große Resonanz bei den Veranstaltern
„Wir sind überrascht über die große Resonanz“, so GRR-Sprecher Horst Milde. „Dies zeigt mit großer Deutlichkeit, dass wir uns alle ernsthafte Gedanken um unsere Laufkundschaft machen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, auch in Verbindung mit dem DLV, unseren Veranstaltungskollegen geeignete Maßnahmen an die Hand zu geben!“

Attest der Läufer jedoch abgelehnt
Das angesichts der Todesfälle bei Veranstaltungen mit unterschiedlichen Distanzen vorschnell ins Spiel gebrachte Attest lehnen die GRR-Straßenlaufveranstalter entschieden ab, weil es neben rechtlichen Konsequenzen zu viele Unsicherheitsfaktoren und ein kaum in dem gebotenen Zeitraum zu bewältigender Verwaltungsaufwand bedeutet. Vielmehr fordert German Road Races eine verbesserte gesundheitliche Aufklärung und maßvolle Trainings-Vorbereitung innerhalb der Laufkundschaft.

Erklärung über Gesundheits-Check
"Unsere Veranstalter verlangen zwar in den meisten Fällen bereits in einer zu unterschreibenden Erklärung einen ‚angemessenen Trainingszustand’ und eine Aussage über den Gesundheitszustand. Das ist uns aber zu wenig!“ erläutert GRR-Sprecher Wilfried Raatz die derzeitigen Gepflogenheiten beim Anmeldeprocedere. Künftig möchte German Road Races eine verbindliche Erklärung, dass ein zeitlich nahe am Veranstaltungstermin gelegener Gesundheits-Check bei einem Spezialisten durchgeführt wurde.

Noch mehr Rettungs- und Sanitätskräfte
Weiterhin soll der Maßnahmen-Katalog den Veranstaltern intensive Vorbereitungskurse mit fachkundiger Beratung in Fragen der Trainingsgestaltung, Ernährung und Verhaltensmaßregeln vor, während und nach dem Wettbewerb zur Auflage machen. „Eine Intensivierung der Rettungskräfte und Sanitätsbetreuung über das übliche Maß an Stützpunkten hinaus ist anzustreben. Das sollte allerdings in erster Linie in enger Abstimmung mit den Sanitätsdiensten vor Ort geschehen.“

Intensive Vorbereitungskurse
Entschieden weist allerdings German Road Races eine in den Medien teilweise verbreitete Panikmache zurück. „Das führt allenfalls zu einer unnötigen Verunsicherung und hilft uns in der Sache nicht weiter. Für uns muss eine maßvolle Aufklärung mit flankierenden Maßnahmen im Vordergrund stehen“, so GRR-Sprecher Horst Milde. „Neben der Eigenverantwortung der Läufer und dem Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen als mündiger Bürger bleibt für uns als eine der Hauptaufgaben, die Läufer zu einem adäquaten Training anzuhalten. Ein gesundheitliches Restrisiko wird es trotz aller Sicherheitsmaßnahmen jedoch leider immer geben“.