Ausprobiert

Wie fühlt es sich an, mit Spikes zu laufen?

In unserer Serie "Ausprobiert" testet unser Kollege Henning Lenertz, wie es sich mit Spikes auf einer Laufbahn läuft. Spikes sind Laufschuhe mit Nägeln, wie sie auch die Profis nutzen.

Laufen mit Spikes

Nadeln verpflichten! Beim Laufen mit Spikes hatte unser Autor ständig die Sorge, dass ihn jemand überholen könnte - wer mit schnellen Schuhen läuft, muss schließlich schnell sein.

Bild: Marie C. Simons

Die Bedingungen:

1. Der Läufer hatte noch nie zuvor Spikes beim Laufen getragen.

2. Die Laufbahn bestand aus Kunststoff und die Spikes-Dornen hatten die hierfür vorgesehene ­Länge von 6 Millimetern.

3. Der Läufer war in der Lage, ein hohes Tempo zu laufen – und dies auch über ein komplettes ­Intervalltraining hinweg.


Meine Lieblingslaufuntergründe sind Trail und Tartan. Obwohl ich als (Ultra-)Marathon­läu­fer zwar nicht unbedingt auf der Bahn rennen muss, tue ich es trotzdem gern. Einmal pro Woche gönne ich mir den Kampf um jede Sekunde, das Brennen in den Beinen, den Schmerz in der Lunge. Schnell ist dabei natürlich relativ: Für einen Trailläufer bin ich flott auf der Bahn, aber gegen einen ambitionierten Straßenläufer habe ich keine Chance. Daher sah ich auch nie eine Notwendigkeit, mit Spikes zu laufen; die sind nur was für Profis. „Du wirst den Unterschied dennoch spüren“, versicherte mir der Chefredak­teur dieses ­Magazins. Gut, ich stecke mitten in der Marathonvor­bereitung und muss ohnehin 7-mal 800 Meter laufen. Bahn frei!

Die normalen Laufschuhe werden gegen Spikes getauscht - Der Test beginnt!

Auf meiner liebsten Tartanbahn im Hammer Park laufe ich mich warm – in normalen Laufschuhen. Nach 15 Minuten wechsele ich in die Spikes. Ist das wirklich meine Größe? Das Etikett sagt Ja, meine Füße schreien Nein. Die Passform erinnert mich an meine Kletterschuhe, so eng schmiegt sich das Außenmaterial an meine Füße. Für einen Ultra zu klein, für die Bahn sicher genau richtig, denke ich, und trabe zur Startlinie.

Dabei fühle ich mich aber eher wie auf rohen Eiern als auf harten Spikes. Grund: Der Schuh hat eine negative Sprengung, die Ferse steht tiefer als der Ballen. Es geht auf die erste Runde. 3:30er-Pace. Obwohl die Bahn nass ist, rutsche ich kein Stück. Das war beim Warmlaufen noch anders. Zugegeben: Bei tro­cke­nen Bedingungen habe ich sonst keine Grip-Probleme.

Von den Spikes merke ich ansonsten nichts. Was ich jedoch spüre: Sie haben null Dämpfung. Jeder Schritt ist ungefiltert. Außerdem zwingt mich die negative Sprengung, auf dem Vorfuß zu landen, normales Abrollen über den Mittelfuß oder gar die Ferse ist unmöglich, Landung und Abdruck sind quasi eins. Zum Glück lande ich ohnehin auf dem Mittelfuß. Ein starker Fersenläufer wird sich wohl extrem umstellen müssen. Nach vier Siebteln meines Trainings habe ich mich an die Dynamik gewöhnt, fühle mich schnell. Die vorgegebenen 2:45 Minuten packe ich locker. Alles andere als locker ist meine Beinmuskulatur. Gerade die Waden lassen mich ihre Mehrarbeit bei Landung und Abdruck spüren. Die nächsten drei 800er stehen wir aber noch gemeinsam durch.

Mein Fazit nach dem Laufen mit Spikes

Spikes sind auch für den normalen ambitionierten Läufer eine gute Möglichkeit, Tempo und Laufstil zu trainieren. Und der Chefredakteur hatte recht: Ich spüre auch Tage später noch einen leichten Muskelkater in den Beinen.

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