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Was bringen Minimal-Laufschuhe?

Eine wachsende Zahl minimalistischer Schuhe und ein Barfußlauf-Hype: Was steckt wirklich hinter den Debatten?

Angesichts von Meldungen über Verletzungen durch ­Laufschuhe, der wachsenden Zahl minimalistischer Schuhe und einem wahren Barfußlauf-Hype wächst die Verwirrung über die Wahl des richtigen Laufschuhs. Wir bringen Licht in die aktuellen Debatten.

Welcher Schuh bringt was? Minimalistische und Barfuß-Schuhe.

Bild: Walter Fey

Facebook-Erfinder Mark Zuckerberg trägt ja bekanntlich am liebsten Adiletten, ob im Büro oder im Fernsehstudio. Google-Gründer Sergey Brin ist ähnlich unkonventionell bei der Wahl seines Schuhwerks. Ob beim Gespräch mit neuen Investoren oder bei einer Pressekonferenz: Zuletzt zeigte er sich hauptsächlich in Fivefingers-Schuhen. Das sind diese Schlappen, die sich wie eine zweite Haut um den Fuß schmiegen und bei denen jede Zehe ihre eigene Zehengarage hat. „Ich bin ein Freigeist“, lautet die mitschwingende Botschaft des Trägers („und gehe heute Abend allein nach Hause“, ergänzen Stilkritiker).

Schuhe waren schon immer gut für die Demonstration von Geisteshaltungen – ob Jesuslatschen, Birkenstocks oder Joschka Fischers Amtseid-Turnschuhe. Dieser Trend hat jetzt auch die Läufer erfasst. Oder ist es mehr als ein Trend? – Mehrere Schuhhersteller tüfteln bereits an Barfuß-Konzepten und an der Konstruktion von minimalistischen Schuhen wie dem bereits 2004 vorgestellten Free von Nike. Der wurde zwar ein Verkaufsschlager, aber eher für den Alltagseinsatz – in Läuferkreisen wurde er als Trainingsschuh nie so richtig akzeptiert.

Erstaunlich, dass der viel extremere Fivefingers-Schuh bei einigen Läufern so populär ist: Er wiegt keine 100 Gramm, und die Ferse steht gerade mal 7,2 Millimeter über dem Boden. Der 31-jährige Patrick Sweeney gewann in 2:37:14 Stunden mit dem Fivefingers an den Füßen sogar einen Marathon in Kalifornien. Der äußerst fitte Sweeney lief dabei freilich nicht zum ersten Mal mit den Zehenschuhen.

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