Mythos aus zweifelhafter Studie

Wärme geht nicht über den Kopf verloren

Die Behauptung, über den Kopf werde die meiste Wärme abgegeben, stammt aus einer zweifelhaften Studie aus den 70ern. Tatsächlich verliert man Wärme eher an Zehen und Fingern. Trotzdem: Mütze auf beim Laufen!

Wärme geht nicht über den Kopf verloren

Bei eisigen Temperaturen sollten Hände und Kopf geschützt werden.

Bild: iStockphoto.com / digitalhallway

Ein Mythos besagt, dass der Mensch grundsätzlich 40 bis 45 Prozent seiner Wärme über die Kopfhaut verliert. Die dem zugrunde liegende Studie stammt aus den Siebzigerjahren. Dafür wurden bei einem Militär-Experiment Probanden in Arktis-Überlebens-Anzügen der Kälte ausgesetzt. Die Anzüge schützten den Kopf aber nur wenig. Wäre das Experiment mit Badeanzügen durchgeführt worden, hätte der Kopf lediglich 10 Prozent der Wärme abgegeben, verdeutlichten Experten in einem Artikel des „British Medical Journal“.

Die meiste Wärme wird an den Körperpartien abgegeben, die weit vom Rumpf entfernt liegen, also an Zehen und Fingern, wenn die ungeschützt sind. Wenn bei Kälte der gesamte Körper verpackt ist, nur der Kopf nicht, geht dort natürlich die meiste Wärme verloren. Also kann der Rat für die Läufe an kalten Wintertagen nur lauten: Handschuhe an und Mütze auf!