Tester Jens Seemann

Vor- und Nachteile des Tretrollers Kickbike Race Max 20

Kickbike Race Max 20 im Test Tretroller3

Der Rahmen des Rollers ist hochwertig verarbeitet und ist eine fabelhafte Basis.

Bild: Jens Seemann

Die Trittbretthöhe ist mit den ausgelieferten Reifen und der relativ langen Alugabel für diesen Rahmen mit circa 7 cm in tiefer Trittbrettposition ideal. Die minimale Bodenfreiheit liegt dabei am Ende des Trittbrettes bei circa 3,5 cm, was bei steifem Rahmen auf Straße ideal ist (im Gelände besser etwas mehr). Nach vorne ist das Trittbrett ansteigend und hat etwa 1 cm mehr Höhe. Schwierig wird es erst mit anderen Reifen. Während ein 406-28, beispielsweise Conti GP, noch ausreichend Bodenfreiheit bieten dürfte, kann es mit einem 406-23 (Ultremo ZX) schon sehr knapp werden, insbesondere, wenn man vorne statt des 25 mm Reifens noch einen anderen 23 mm Reifen verbaut. Andererseits ist ein Aufstoßen mit dem Bodenbereich nicht weiter schlimm, doch wenn es öfter vorkommt, stört es. Eine größere Bodenfreiheit kann mit dem unteren Ausfallenden-Einschub erreicht werden. Damit sind es dann jedoch gleich 2 cm mehr Trittbretthöhe und das Trittbrett ist dann nicht mehr so kraftsparend niedrig.

Der Trittbrettbereich hat eine Dicke von ungefähr 3,6 cm. Das ist deutlich flacher als von Rollern der Marken XH und Footbike, bei denen volle, nichtovalisierte Rohre unter dem Trittbrett verlaufen. Aber ein Trittbrett bei der Marke Mibo ist noch deutlich flacher (2 cm). Das extrem schmale Trittbrett bei Mibo ist ein wenig gewöhnungsbedürftig. Zudem haben die tschechischen Tretrollermarken bisher kein Doppelausfallende. Der Einbau einer circa 4 cm kürzeren Rennradgabel ist ohne einen Spacer unter dem Steuerrohr wegen der dann zu geringen Bodenfreiheit nicht zu empfehlen. An der Kickbike-Alugabel ist positiv zu erwähnen, dass sie seitliche Gewinde für Lowrider oder einen kleinen Gepäckträger hat. Beim Tretroller hängt man für Reisen ja gewöhnlich nur vorne Taschen dran.

Bei den ersten Fußwechseln kann man mal gegen den Bügel hinten auf dem Trittbrett, der die Bremse schützen soll, stoßen. Wenn man also den aufsetzenden Fuß nicht weit genug vorne positioniert wird der Drehvorgang auf dem Trittbrett blockiert. Dann hilft ein kleiner Hüpfer. Später passiert das eigentlich aber nicht mehr, weil man sich daran gewöhnt.

Das Kickbike bietet nur eine Position für einen Flaschenhalter und die ist weit unten am Rahmen. Während der Fahrt ist das Greifen dorthin wackelig. Eine elegantere Lösung bietet der XH-Roller, der auch oben Gewinde für einen Flaschenhalter hat. Beim Kickbike ist dies jedoch nicht ideal, da der Rahmen stark gebogen dort noch recht nah am Fahrer ist, so dass ein Flaschenhalter womöglich stören könnte. Ohne obigen Flaschenhalter legt man beim Stabilisieren der Fahrt, zum Beispiel bergab bei schneller Fahrt, das Knie direkt an den Rahmen. Die Entfernung zum Rahmen passt dabei gut, nur ist der Rahmen für das Knie etwas hart im Vergleich zu einer Kunststoff-Trinkflasche von Rollern mit Flaschenhaltergewinden an der oberen Stelle. Zum besseren Greifen während der Fahrt kann man sich einen Lenkeradapter mit Flaschenhaltergewinden kaufen, nur passt dann keine Lenkertasche mehr dran.

Auf dem Kickbike fühlt man sich gleich wohl. Der Aufpreis der Aluversion ist gut investiert. Der Rahmen ist knapp ein Kilogramm leichter und dabei steifer als die Stahlversion. Diese ist mit rund 350 € jedoch auch deutlich günstiger als die Aluversion für rund 520 €, bei vergleichbarer Komponentenqualität. Dabei hat das Race Max 20 ein 20 Zoll Hinterrad, für das es mehr und bessere Reifen gibt als für das 18 Zoll Hinterrad der Stahlversion. Zudem sehen 20 Zoll hinten harmonischer aus.

Das Alu-Kickbike ist übrigens auch die Wahl der vier Tretrollerfahrer bei der Tour de France 2013 mit Tretrollerlegende Alpo Kuusisto. Sie wollen einen Tag vor den Profi-Rennradfahrern starten und die 3.500 km einschließlich Alpe D’Huez und bis zur Champs Elyssee fahren (www.kickfrance2013.com).

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