Im Kurz-Check

Vielseitig einsetzbar: Der Buff

Ob als Halstuch, Kopftuch, Mütze oder Haarband: Der Buff faltet sich in alle Funktionen.

Der Buff als Mützenersatz

Der Buff hält beim Laufen warm und trocken.

Ein röhrenförmiges Schlauchtuch aus hundertprozentiger Polyester-Mikro­faser: So lautet die schlichte Produktbeschreibung des „Buff“. Meinen ersten Buff hatte ich 1997, ich kann mich genau erinnern. Ich sehe noch vor mir, wie der findige Importeur mir das bunte Tuch mit geschickten Fingern im wahrsten Wortsinn im Handumdrehen vorführte, es sich mal so und dann wieder anders gefaltet auf den Kopf setzte. Seine Hände wirbelten wie die eines Karatekünstlers. Im ersten Moment dachte ich offen gestanden: „Was für ein Quatsch!“ Ein schlichtes, bedrucktes Mikrofasertuch in Schlauchform – „wie überflüssig“.

Bis dahin diente mir eine alte Nike-Schirmmütze oder ein ausgedientes Rennrad-Trikot, das ich auseinandergeschnitten und umgenäht hatte, als perfekte Kopfbedeckung. Ich brauchte kein neumodisches Kopftuch namens Buff. Doch je mehr ich in die höhere Kunst des Kopftuch­faltens eingeweiht wurde – ­quasi eine abgeschwächte Form des Origami –, je mehr Kniffe und Falttechniken ich beherrschte und je mehr Einsatzzwecke und Anwendungsformen sich mir erschlossen, desto mehr war ich von dem Tuch begeistert.

Ja, es schwebt ein kleines Erfolgsgefühl mit, wenn man eine der vier Falttechniken, die auf dem Verpackungs-Pappdeckel aufgeführt sind, auswendig beherrscht. Vor allem wenn man sie, vorab perfekt einstudiert, dem staunenden Publikum des Lauftreffs ohne Finger­verstauchen vorgeführt hat. Darüber hinaus – und das ist wohl wichtiger – erschloss sich mir aber auch der praktische Nutzen dieses vermeintlichen Abfallprodukts der Textilindustrie.

Die offensichtlichste, einleuchtendste und wohl am weitesten verbreitete Anwendungsform ist die als Kopftuch, besser gesagt als Mützenersatz (das klingt nicht so nach Hausfrau). Praktischer Vorteil: Der Buff (Preis: zirka 20 Euro) liegt eng an und ist sehr dehnbar. Und Mikrofaser hat die Eigenschaft, so gut wie kein Wasser zu binden.

Meine Nike-Kappe aus Baumwolle wurde bei Regen immer patschnass. Der Buff ist zwar auch nicht wasserdicht (braucht man auch nicht), saugt sich aber zumindest nicht mit Wasser voll und wärmt besser. Er schützt an windigen Tagen effektiv vor Zugluft am Kopf. Und wenn einem darunter zu warm wird, nimmt man ihn eben ab und stopft ihn klein zusammengefaltet in den Hosenbund, wo er wegen seines geringen Gewichts nicht stört.

Das allein ist schon ganz praktisch. Noch praktischer wird der Buff durch verschiedene Versionen, die mittlerweile erhältlich sind, etwa mit Polartec-Fleece für den Winter oder mit Reflektorstreifen (damit man bei Dunkelheit gesehen wird). Am geeignetsten für Läufer ist nach wie vor der klassische Buff, den es in verschiedenen Größen gibt – und natürlich in zahlreichen Dessins und Farben. Aber genau da muss man aufpassen: Denn sonst sieht man mit dem Buff, das gilt es vor dem Spiegel auszutesten, ziemlich lächerlich aus. Da hilft auch die ausgefeilteste Origami-Technik nicht weiter.