Fitnesstracker mit Körperanalyse

TomTom Touch im Test

Der erste Fitnesstracker von TomTom will mit einer Körperanalyse auch Muskelmasse und Körperfett anzeigen. Wir haben den TomTom Touch im Alltag getestet - und waren erstaunt.

TomTom Touch Farbauswahl

Für den TomTom Touch gibt es vier verschiedenfarbige Wechselarmbänder, in die Sie den kleinen Stick einfach stecken können.

Bild: Hersteller

Vermessen, kontrollieren, selbstoptimieren: Der Markt für Fitnesstracker boomt. 2016 ist der Umsatz um 32,3 Prozent auf unfassbare 106,62 Millionen Euro gestiegen – in Deutschland wohlgemerkt. TomTom will einen Happen von dem Kuchen abhaben. Mit der neuen TomTom Touch ist jetzt der erste Fitnesstracker auf dem Markt, der neben der Aufzeichnung von Schrittzahl, zurückgelegten Tageskilometern, Kalorienverbrauch, Herzfrequenz und Schlafdauer auch jederzeit die Körperzusammensetzung – Muskelmasse, Körperfettanteil und Wasser – analysieren kann.

Unsere Mitarbeiterin Kirsten Althoff hat den Fitnesstracker TomTom Touch auf Herz und Nieren geprüft. Spielzeug oder Gesundheitshelfer?

Gewöhnungsbedürftige Bedienung beim TomTom Touch

Der Start in das aufgezeichnete Leben beginnt etwas holprig. Wie starte ich den Fitnesstracker? Erst einmal helfen mir die toll aufgemachten Videos der TomTom-Website und die beigefügte Schritt-für-Schritt-Bildanleitung nicht sonderlich weiter. Zunächst begeistert die Nutzung durch Suchen und Ausprobieren und weniger durch Finden, Nachlesen und Verstehen.

Habe ich den Dreh und die einzelnen Funktionen erst einmal verstanden, ist die Nutzung kinderleicht. Mit dem Fitnesstracker kann man ganz klassisch die Uhrzeit, aber auch seine Schrittzahl, die verbrauchten Kalorien, seine zurückgelegten Tageskilometer mit entsprechender Bewegungsdauer und die Schlafdauer ablesen. Des Weiteren kann man jederzeit seine Körperzusammensetzung von Fett, Wasser und Muskelmasse analysieren und seine Herzfrequenz kontrollieren.

Die Bedienung des TomTom Touch erfolgt mittels Wisch-Bewegung auf dem Display und über einen Knopf.

Bild: Hersteller

TomTom Touch mit angenehmem Sitz

Als Uhr mit ein paar zusätzlichen Funktionen lässt sich die TomTom Touch sehr angenehm tragen. Sie ist leicht und klein. Durch eine kleine Wisch-Bewegung über den Display werden die verschiedenen Kategorien angezeigt. So kann ich schnell und einfach sehen, ob ich meinem Schrittziel näher gekommen bin, ob mein Kalorienverbrauch ein üppiges Abendessen erlaubt oder ob meine Müdigkeit tatsächlich mit zu wenig Schlaf zusammen hängt. Für den sonntäglichen Weg zu Bäcker melde ich mich freiwillig. So kann ich schnell noch ein paar Schritte und Kilometer sammeln. Motivierend wirkt das Sammeln mit dem Tracker auf jeden Fall. Die World Health Organisation (WHO) empfiehlt für einen gesunden Lebensstil mindestens 10.000 Schritte täglich. Unter dieser Richtlinie steigt statistisch gesehen mein Risiko für allerlei Zivilisationskrankheiten. Habe ich heute schon 10.000 Schritte gemacht? Bestimmt! Die TomTom Touch macht es mir leicht und gratuliert mir bei erreichter Schrittzahl. Danke.

TomTomTouch Screenshot

Bild: RW

Auf der MySport-Homepage kann man alle Daten auswerten und protokollieren.

Zweifelhafte Messgenauigkeit

Die Analyse der eigenen Körperzusammensetzung in Fett-, Muskel- und Wasseranteil ist das Alleinstellungsmerkmal der TomTom Touch – und erfolgt bequem via Tastendruck. Nachdem ich den Tracker mit der App auf dem Handy synchronisiert habe, werden mir die Ergebnisse umgehend angezeigt. Aber ich bin skeptisch. Misst der Tracker die tatsächliche Zusammensetzung? Oder rechnet er etwas per Algorithmus aus? Verändere ich mein Alter um plus 30 Jahre, geht automatisch mein Fettanteil nach oben. Es ist recht unrealistisch, dass er sich tatsächlich innerhalb einer Minute um fünf Prozent erhöht hat. Gerade weil die TomTom Touch mit der Neuheit der Körperanalyse wirbt, ist es schade, dass an deren Realitätsnähe gezweifelt werden muss.

Zweifel an der Messgenauigkeit kommen mir auch bei der Kilometererfassung. Nachdem ich zwei Stunden sitzend in einem Theater verbracht habe, erhöht sich die Distanz um mehr als zwei Kilometer. Sitzend! Einen richtigen Schlussspurt über 500 Meter lege ich beim Abschlussapplaus hin.

Umständliche Synchronisation beim TomTom Touch

Anders als bei den GPS-Sportuhren von TomTom muss man den Fitnesstracker an eine Stromquelle anschließen, bevor man ihn mit der App synchronisieren kann. Das bedeutet einen Zusatzaufwand, der eigentlich unnötig ist, löst es TomTom bei den eigenen Sportuhren doch anders. Bei der Schlaferfassung weichen zum Teil die auf dem Tracker abgelesenen Zahlen von den auf der MySport-Website – das TomTom-eigene Aktivitätsportal – erfassten Werten ab. Und zwar nicht zu knapp: An einem Tag zeigte der Tracker 8:22 Stunden Schlafdauer an, die MySport-Seite 12:44 Stunden. Wenn ich aber den Tracker nutze, um meinem Gefühl Kontrolle und Sicherheit zu bieten, dann wurde das Bedürfnis definitiv nicht erfüllt.

TomTom Touch: Zwiegespaltenes Fazit

Für gesundheitsbewusste Menschen oder solche, die es werden wollen, kann die TomTom Touch eine zusätzliche Motivation darstellen, sich mehr zu bewegen. In der Kombination von Bauchgefühl und Informationen ist es einfacher, wirksame Maßnahmen zu ergreifen. Etwa noch eine Runde um den Block zu drehen. Als Läufer komme ich aber doch ohne Probleme auf 10.000 Schritte im Schnitt. Wochenkilometer und Pace interessieren mich mehr als Schritte. Für Läufer ist dieser Fitnesstracker eine überflüssige Investition. Vom gleichen Hersteller kann ich mit dem TomTom Runner eine richtige GPS-Laufuhr schon ab 130 Euro erwerben.

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