Was bringt der Orbit Läufern?

Runtastic Activity Tracker Orbit im Test

Runtastic hat sich viel Zeit gelassen mit dem ersten Activity Tracker. Eine Revolution ist der Orbit nicht, allerdings eine sinnvolle Ergänzung für Runtastic-User. Der Praxis-Test.

Runtastic Activity Tracker Orbit

Der Runtastic Activity Tracker Orbit ist in sechs verschiedenen Farbvarianten erhältlich.

Bild: Hersteller

Wenn etwas besonders lange dauert, dann soll es auch besonders gut werden, sagt man landläufig. Bei Runtastic hat es lange gedauert, bis das österreichische Unternehmen ihren ersten Activity Tracker mit dem Namen Orbit auf den Markt gebracht haben. Bekannt geworden ist Runtastic vor allem durch Fitness-Apps, wie die gleichnamige Lauf-App oder Road Bike für Fahrradfahrer. Mittlerweile bietet Runtastic auch Hardware an, vom Brustgurt zur Herzfrequenzmessung bis zur Körperanalyse-Waage. Und jetzt also ein Activity Tracker: ein Gerät, von dem bereits derart viele seiner Art auf dem Markt sind, dass man leicht den Überblick verliert: Nike Fuelband, Polar Loop, Jawbone Up, Fitbit Flex - die Produkt-Vielfalt ist groß, die Funktionen übersichtlich: Schritte zählen, verbrannte Kalorien anzeigen, Schlafverhalten dokumentieren sind die Basisfunktionen, die fast jeder Tracker leistet - so auch der Orbit. Kann sich der Tracker trotzdem von seinen Konkurrenten abheben?

Optik, Haptik, Bedienung des Runtastic Activity Tracker Orbit

Ein Activity Tracker sollte Tag und Nacht getragen werden. Deswegen ist nicht nur wichtig, was der Tracker technisch kann, sondern wie komfortabel er ist. Das wird gerne vernachlässigt. Hier punktet der Orbit: keine metallische Verschlussklappe, kein Verhacken, kein unabsichtliches Öffnen. Im Verlauf der zweiwöchigen Testphase blieb der Tracker dort, wo ich ihn angelegt hatte: am Handgelenk. Darüber hinaus lässt sich der Orbit auch an der Gürtelschnalle und am BH befestigen.

Der Orbit ist eher schlicht gehalten, finde ich. Wer auffallen und seinen Tracker dem Umfeld präsentieren möchte, kann das Armband wechseln: von gelb bis lila. Die Bedienung erfolgt über eine Taste, mit der sich Uhrzeit, Schritte, verbrannte Kalorien und die Aktivität abrufen lassen. Die Werte zeigt der Display dann an. Mit dieser Taste aktiviert man zusätzlich den Schlafmodus, indem man sie gedrückt hält. Das ist einerseits gut, weil man dem Tracker signalisiert, dass man schläft und nicht etwa die Hand neben der Tastatur am Arbeitsplatz liegen hat. Allerdings muss man auch daran denken, den Schlafmodus zu aktivieren. Wer nicht dran denkt, so wie ich, wird eine durchzechte Nacht ausgelesen bekommen. Toll war es, mit einer sanften Vibration geweckt zu werden. Bis zu drei Alarme lassen sich beim Orbit konfigurieren.

Auswertung über Runtastic Me

Die Auswertung erfolgt über die neue Runtastic-App Me. Das Dashboard zeigt alle tagesaktuellen Daten an: Schritte, aktive Minuten, Kalorien, die zurückgelegte Distanz und die Schlaf-Stunden. Eine Ebene tiefer zeigt die App den Aktivitätsverlauf der letzten sieben Tage an. Sinnvoll finde ich, dass sich beim Orbit ein persönliches Schritt-Ziel definieren lässt, das heißt die Auswertung orientiert sich nicht an Durchschnittswerten, sondern ganz individuell an persönlichen Zielen.

Die Auswertung des Orbit erfolgt über die Runtastic App Me.

Bild: RW

Sinnvolle Ergänzung im Runtastic-Kosmos

Wer Runtastic-Apps nutzt, wird in dem Orbit eine sinnvolle Ergänzung seiner Aktivitätsaufzeichnen finden. Denn abseits der Aufzeichnung von sportlichen Aktivitäten wie Laufen, Radfahren oder Gymnastik über die verschiedenen Runtastic-Apps zeichnet der Orbit die Alltagsaktivität auf und überwacht das Schlafverhalten. Somit lässt sich ein komplexes Aktivitäts- und Inaktivitätsbild zeichnen. Allerdings kennt der Orbit - und das ist seine große Schwäche - nur eine Währung: Aktivität. Im Gegensatz zum Polar Loop beispielsweise differenziert der Orbit nicht zwischen verschiedenen Formen der Aktivität, wie Gehen oder Rennen. Am Ende des Tages weiß man dann, dass man 40 min aktiv war, aber ob man 40 min spazieren war oder 10 km volldampf gelaufen ist, weiß man nicht - dabei macht das einen riesigen Unterschied. Für Sportler ein absolut unbefriedigender Umstand.

Wirklich praktisch ist, dass man den Orbit mit einer auf dem Smartphone laufenden Runtastic-App koppeln kann und ihn so als Display verwenden kann: Während Runtastic auf dem Smartphone läuft, lassen sich Daten wie Tempo oder Distanz dann ganz einfach auf dem Display des Orbit ablesen.

Runtastic Activity Tracker Orbit - Das Fazit

Von allen Trackern, die ich bisher testen konnte, schneidet der Orbit mittelmäßig ab. Größter Kritikpunkt ist die fehlende Aktivitäts-Unterscheidung. Selbst wer seine Runtastic-Laufeinheit in die Me-App einspeist - alle Sport-Apps sind mit Me kompatibel - bekommt am Ende nur eine Akitvitätsdauer ausgespuckt. Für Sportler, die ihr Training dokumentieren wollen, ist das völlig ungeeignet. Wer einen sehr angenehm zu tragenden Tracker sucht, der die Standardfunktionen (wie Schritte zählen oder das Schlafverhalten überwachen) bereithält, findet mit dem Orbit eine weitere Alternative auf dem Markt. Für regelmäßige Runtastic-User ist das Gerät natürlich der Tracker der Wahl aufgrund der vielfältigen Koppelmöglichkeiten mit anderen Runtastic-Apps.

Preis: 119 Euro
Website: www.runtastic.de

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