Lauf-Apps im Test

Polar Beat (gratis)

In Kombination mit einem Polar-Pulsmesser lässt sich das Training über die Herzfrequenz steuern. Ansonsten ist die Trainingsaufzeichnung eher schlicht gehalten. Verfügbar für iOS und Android.

Polar Beat (gratis) - Im Praxis-Test
Polar Beat Screenshots

Lauf-Apps im Test: Polar Beat.

Bild: RW

Polar Beat: Schlichte Lauf-App mit Potential zum Gesundheitstrainer

In Kombination mit den Polar-Herzfrequenz-Sensoren soll die Polar Beat-App das Lauftraining ihrer Nutzer nach ihrer Herzfrequenz strukturieren und analysieren. Der folgende Test befasste sich aber lediglich mit der reinen Smartphone-Anwendung, mit der der Nutzer verschiedene Trainings aufzeichnen kann. Während eines Laufes misst und dokumentiert die Anwendung Distanz, Zeit und Lauftempo. Auch andere Sportarten wie Radfahren, Walking und Skilanglauf werden von der Polar Beat-App unterstützt. Zudem können sowohl einzelne Einheiten als der komplette Trainingsverlauf auf Basis der gemessenen Daten analysiert werden.

Polar Beat-App im Praxis-Test: Schlichter Trainingsbegleiter

Ein Klick auf den roten „Start“-Button im übersichtlichen Menü der Polar Beat-App reicht um ein freies Training zu starteten. Ein praktischer Fünf-Sekunden-Countdown startet, der dem Nutzer genug Zeit gibt das Smartphone zu verstauen. Neben dem freien Training stehen in der Polar Beat-App zudem Trainings nach bestimmten Zielen zur Verfügung: So kann der Nutzer vor einem Lauf angeben, welche Distanz, Dauer oder ggf. Kalorienzahl er erreichen möchte.

Während eines Laufes werden Zeit, Distanz und Lauftempo gemessen und in kleinen Kästen auf dem Display angezeigt. Einem Verlaufsdiagramm, das die Lauftempo-Entwicklung während der Einheit festhält, wird von den Entwicklern hingegen mehr Platz geboten. Zwar eignet es sich sicher zur Analyse im Nachhinein, während des Laufes ist sie aber unsinnig, da sie in Bewegung kaum ablesbar ist. Ohne einen Pulsmesser bleibt das Feld für die Herzfrequenz-Werte selbstverständlich leer. Schade ist, dass dies auch für die Anzeige der verbrauchten Kalorien gilt. Andere Apps schätzen den Kalorienverbrauch auf Basis der Laufleistung und Körperdaten, die auch jeder Nutzer bei Inbetriebnahme der Polar Beat-App eintragen kann und soll. Sicher ist diese Schätzung nicht sehr genau, besser als gar kein Wert ist sie aber allemal. Durch ein Klick auf die obere, linke Ecke kann die zurückgelegte Laufstrecke auf einer Karte betrachtet werden.

Der Praxis-Test zeigte, dass das auf dem Display angezeigt aktuelle Lauftempo das tatsächliche Lauftempo tendenziell unterschätzt. So wurde für einen Testlauf mit einem durchschnittlichen Tempo von 5:49 min/km durchweg Tempi zwischen 6:00 und 6:30 min/km angezeigt. Besser hingegen funktionierte die Distanzmessung: Bei einem von fünf Läufen auf der 5,25-Kilometer-Teststrecke maß die Polar Beat-App exakt richtig. Im Mittel lag sie nur 40 Meter daneben.

Wem der regelmäßige Blick auf das Smartphone zu umständlich ist, kann sich von der Polar Beat-App in regelmäßigen Abständen (Distanz/Zeit) über die Kopfhörer informieren lassen. Positiv ist, dass die Sprachführung kurz und prägnant ist. So wird zum Beispiel Musik nur für sehr kurz unterbrochen. Genannt werden Distanz, Zeit, Rundenzeit und ggf. Herfreuquenz.

Das minimalistische Menü der Polar Beat-App, das lediglich aus vier Menüpunkten besteht, lädt dazu ein sofort mit einem Lauf zu starteten. Tatsächlich lässt sich die modern designte Anwendung intuitiv bedienen. Beim Test hatten wir schon nach wenigen Minuten das Gefühl alle Funktionen der App zu kennen.

Unter dem Menüpunkt „Historie“ lassen sich letzte Trainingseinheiten analysieren. Zu jedem Lauf findet der Nutzer eine Zusammenfassung mit Datum, Zeit, Uhrzeit, Distanz und ggf. Herzfrequenz und Kalorien. Gleich nach jedem Lauf können diese mit Smileys bewertet werden. Auf einer Karte wird zudem die zurückgelegte Strecke dargestellt. Klasse ist, dass hier Zwischenzeiten für jeden einzelnen Punkt der Strecke nachgeschaut werden können. So ist klar zu erkennen, welche Streckenabschnitte schneller und welche langsamer zurückgelegt wurden. Motivierend wirkt zudem die Auflistung der Persönlichen Bestleistungen, die ebenfalls unter dem Punkt „Historie“ zu finden ist. Hier werden die längste und die schnellste Einheit präsentiert und fordern geradezu dazu auf nochmals verbessert zu werden. An dieser Stelle würden wir uns zusätzliche Bestleistungen für populäre Wettkampfdistanzen wünschen.

Wem das Smartphone-Display zu klein zur Analyse der eigenen Läufe ist, kann auf das Internet-Portal Polar Flow zurückgreifen. Die Analyse funktioniert ähnlich in der App. Besser funktioniert die Analyse des Trainingsfortschritts. Trainingswochen und –monate lassen sich nach allen während des Laufens erhobener Daten miteinander vergleichen. Mögliche Fortschritte sind so leicht zu erkennen und motivieren weiterzumachen.

Die Polar Beat-App lässt sich mit den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter verbinden. So werden Läufe unmittelbar geteilt. Auch das Polar Flow-Portal ist eine Art soziales Netzwerk. Hier können sich Läufer in Gruppen zusammenschließen, sich gegenseitig folgen und so sich vom Trainingserfolg anderer inspirieren lassen.

Hinweis: Über den Menüpunkt „Upgrades“ lässt sich die Polar Beat-App um vier Funktionen erweitern. Diese arbeiten jedoch allesamt mit dem Polar-Brustgurt zusammen und waren deshalb nicht Teil dieses Tests.

Fazit: Polar Beat-App ideal für schlichte Aufzeichnungen

Die Polar Beat-App zeichnet sich vor allem durch ihre Schlichtheit aus. Dank des einfachen Aufbaus und der intuitiven Bedienung können Nutzer schon wenige Minuten nach dem Herunterladen zum ersten Lauf starten. Die Polar Beat-App ohne Pulsmesser ist eine schlichte Möglichkeit Lauftrainings aufzuzeichnen und zu dokumentieren: Die Distanz-Messung funktioniert vorbildlich, Läufe werden zuverlässig abgespeichert und können sowohl am Smartphone als auch am Computer-Bildschirm analysiert werden. Zudem informiert die prägnante Sprachführung noch während über Zwischenzeiten.

Die Schlichtheit der Polar Beat-App ist allerdings auch ihre größte Schwäche. So werden zum Beispiel keine Trainingspläne angeboten und es gibt auch keine Möglichkeit Anzeigen individuell anzupassen. Auch schlecht ist das Ergebnis in unserem Akkuverbrauch-Test: Keine andere getestete App verbrauchte bei einer einstündigen Einheit mehr Energie als Polar Beat.

Klar ist, dass die Polar Beat-App, wie der Name es auch schon vermuten lässt, für herzfrequenzorientiertes Training ausgelegt ist. Eine Kopplung mit einem Polar-Pulsmesser ist von den Entwicklern vorgesehen. In Kombination mit der Herzfrequenzmessern H6 oder H7 und vier möglichen In-App-Upgrades soll die Polar Beat-App am besten funktionieren. So kommen aber auch Ausgaben von etwa 70 Euro zusammen. Somit ist die App mit allen Funktionen gar nicht so viel günstiger als klassische Puls- und GPS-Uhren.


Polar Beat-App im Detail:


Anzeigen während des Trainings: Zeit, Distanz, Tempo, Entwicklung des Tempo während der Einheit (Grafik), Karte (und mit Pulsmesser: Kalorien, Herzfrequenz)
Export/Import von Trainingseinheiten möglich: ja (über Polar Flow-Portal)
Koppelbar mit Pulsmesser: Polar Bluetooth Smart Herzfrequenz-Sensor H6/H7
Koppelbar mit Sportuhr: ja, Apple Watch
Auto-Pause: nein
Audio-Feedback: Ja, Distanz, Zeit, Rundenzeit, ggf. Herzfrequenz
Musikplayer integriert: nein
Livetracking: nein
Programmierung von Trainingseinheiten: nein
Trainingspläne: nein
Manueller Eintrag von Läufen: ja, über Polar Flow-Portal
Challenges mit anderen Usern: nein
Push-Benachrichtigungen: nein
Teilen in sozialen Netzwerken: Facebook, Twitter
Auswertung am PC: Einzelne Läufe mit Karte, Rundenzeiten, Lauftempografik; Läufe im Vergleich über Tage, Wochen und Monate nach allen gemessenen Daten innerhalb einer großen Grafik
Auswertung auf dem Smartphone: Einzelne Läufe mit Karte, Lauftempografik und Daten wie Zeit, Distanz, Tempo und ggf. Herzfrequenz und Kalorien; Wochenzusammenfassung nach Distanz, Dauer oder ggf. Herzfrequenzzonen
Nutzung ohne Registrierung möglich: ja
Preis: gratis
In-App-Käufe: All-inclusive 7,99 €; Polar Fitness Test 3,99 €, EnergyPointer 2,99 €; Running Index 2,99 €; Benefit Target 2,99 €
Website: www.polar.com/beat/de/
Download: Apple Store Play Store
Getestete Version der App: 1.5.2 (auf iPhone 4s mit iOS 9.1)
Messgenauigkeit im Test: Vergleichswerte während fünf Testläufen auf einer 5,25 km langen Teststrecke: 5,38 km, 5,27 km, 5,29 km, 5,24 km, 5,25 km.

Lauf-Apps im Test:

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