Stöcke beim Traillaufen

Nicht (nur) für Walker: Trekkingstöcke

Beim Trailrunning können Stöcke eine echte Hilfe sein. Das sollten Sie beachten, bevor Sie damit über Stock und Stein rennen.

Die besten Stöcke für die Berge im Überblick: 11 Fotos

Salomon Alpen X

Im anspruchsvollen Gelände entlastet der richtige Stockeinsatz Beine und Füße enorm – bergan wie bergab.

Bild: Plan B Events

Wer als Läufer nur Straßenrennen kennt, schaut oft verwundert auf die Heerscharen von Trailrunnern, die in den Bergen mit Laufstöcken unterwegs sind. Nützen die wirklich etwas – oder sind sie Zeichen für schlechte Form und mangelnde Kraft?

Welche Vorteile haben Stöcke?

Der Stockeinsatz entlastet Beine und Füße. Der Läufer schaltet sozusagen auf Allradantrieb um, er verteilt bergauf den Kraftaufwand von der Oberschenkel- und Wadenmuskulatur auf die Arme und den Rumpf um. Bei langen Abstiegen mindert der Stockeinsatz den Druck auf die Kniegelenke. So viel Vergnügen es auch bereitet, anspruchsvolle Trails ungestützt hinabzurasen – die Belastung für die Gelenke ist dabei auf Dauer extrem. Vor allem bei Etappenrennen wie zum Beispiel dem Transalpine-Run zeigt sich das nach ein paar Tagen. Auf technisch steilen und anspruchs­vollen Abstiegen profitiert man außerdem von einem Plus an Stabilität.

Wie setzt man sie richtig ein?

Laufen funktioniert weitgehend unterbewusst, der Stockeinsatz erfordert aber eine bewusste Koordination, jeder Schritt muss dabei überlegt werden. Insbesondere für Rennen sollte das Laufen mit Stöcken geübt werden, um unerwünschte Nebenwirkungen wie das Stechen von Luftlöchern oder das Anbohren der eigenen Füße zu vermeiden. Niemand aus der internationa­len Trailszene nutzt Stöcke so konsequent wie Philipp Reiter, der schon den Trans­alpine-Run und den Zugspitz Ultratrail gewonnen hat. Er rät, an leichten, langen Anstiegen die Stöcke abwechselnd rechts und links aufzusetzen und sich auf diese Weise anzuschieben. Geht es steil hinauf, wuchtet er sich dagegen mit einer parallel geführten Doppelstock-Technik hoch.

Bei den meisten Trailläufen in Europa sind Teilnehmer ohne Stöcke in der Minderheit.

Bild: Philipp Reiter

Was kann man falsch machen?

Zu den typischen Fehlern zählt, die Hände von oben statt von unten in die Handschlaufen zu stecken. So entsteht eine Zugspannung, die das Daumengrundgelenk überlastet und bei einem Sturz zu schweren Handverletzungen führen kann. Die meisten Gefahren lauern aber in Momenten, in denen die Stöcke nicht benutzt werden, vor allem kurz nach dem Rennstart, wenn das Feld eng beisammen ist. Dabei ist schon so mancher Läufer aufgespießt worden. Einige Veranstalter schreiben deshalb vor, die Stöcke zunächst im oder am Rucksack zu tragen. Ein weiteres Handicap beim Umgang mit Stöcken ist die eigene Vergesslichkeit. Mit der Menge an Stöcken, die regelmäßig an den Verpflegungsstationen von großen Rennen wie dem Ultra-Trail du Mont-Blanc zurückgelassen werden, könnte man problemlos den Zieleinlauf säumen.

Welche Systeme gibt es?

Carbon ist das leichteste, gleichwohl teuerste Material. Innen kann es mit Kevlar verstärkt sein. Die Alternative ist Aluminium, das als bruchsicherer gilt. Das kann vor allem auf technischen Trails mit Felsspalten von Vorteil sein, wo Stöcke schnell mal verkanten. Das derzeit beliebteste System bei den Trailstöcken sind faltbare Vari­anten, sogenannte Z-Poles. Sie lassen sich auf ein kleines Packmaß reduzieren und im Rucksack unterbringen, wiegen wenig und sind schnell aus- und einzuklappen.

Was ist beim Kauf zu beachten?

Wichtiger als Material, Gewicht und System ist die richtige Länge. Sie sollte so gewählt sein, dass die Unterarme parallel zum Boden positioniert sind, wenn man auf waagerechter Fläche stehend die Stöcke senkrecht aufsetzt. Wer Stöcke für den Einsatz in steilem Gelände nutzen will, sollte eine längenverstellbare Variante wählen, wie sie beispielsweise Leki mit seinem Speedlock-System oder Black Diamond mit den Distance-FLZ-Modellen anbietet. Verstellbarkeit geht aber immer zulasten des Gewichts und des Preises. Lange Griffflächen können das Manko fehlender Verstellbarkeit jedoch verringern, weil man ganz leicht die Position des Zugriffs ändern kann, vorausgesetzt, man nutzt die Handschlaufen nicht. Wer Stöcke kauft, sollte immer den Laufrucksack mitbe­denken und prüfen, welche Möglichkeiten es zum Verstauen oder Befestigen gibt. Nichts nervt mehr als klappernde oder herumbaumelnde Gepäckstücke.

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Foto: Hersteller

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