RUNNER’S-WORLD-Lesertest

Gore Active Shell Jacket

Bevor die High-Tech-Jacke in die Läden kam, erprobten die ersten Lesertester sie in der Praxis.

Gore Active Shell Jacket

Gore Active Shell Jacket

Bild: Gore

Im RUNNER’S-WORLD-Lesertest musste die Active Shell-Jacke von Gore Running Wear einen Härtest bestehen, bevor sie in den Laufgeschäften erhältlich war. Und unsere sechs Läuferinnen und sechs Läufer haben die Jacke nicht geschont. Um so überzeugender fiel das Testurteil aus: Für das Einsatzgebiet, für das die Jacke konzipiert ist, hat sie bei den Testern hervorragende Resultate eingeheimst. Gerade in puncto Nässe- und Windschutz bei gleichzeitiger Atmungsaktivität gaben die Läufer Bestnoten. Tester Sebastian Apfelbacher, der die Jacke 30 Stunden getestet hat: „Das Material ist ein echter Fortschritt gegenüber den bisherigen Laminaten.“ Ähnlich urteilte Testerin Ines Luba, die über 30 Stunden mit der Jacke gelaufen ist, sie bewertete den Regen- und Windschutz mit Höchstnoten. Der meist kritisierte Punkt an der Jacke war der leichte „Knistereffekt“, den das mit einer Membran laminierte Material erzeugt. Vor allem die Testerinnen hätten sich auch eine größere Tasche gewünscht. Die auf der Brust eingesetzte Tasche kann zudem beim Tragen eines Rucksacks stören. Unterm Strich überwiegt eindeutig das positive Lesertest-Urteil.

Sonja Rettenmaier
Der erste Eindruck war sehr positiv, das Material fühlt sich gut an, sie sitzt perfekt und angenehm figurbetont, ohne einzuschnüren. Kurz vorm ersten Test, das Wetter war kühl und etwas windig, entdeckte ich den einzigen entscheidenden Kritikpunkt: Es fehlen Taschen. Ich nehme in der Regel auch auf längere Läufe nicht viel mit, zwei Schlüssel, Taschentücher und meinen iPod. Die Schlüssel konnte ich in der kleinen Brusttasche unterbringen, die drei Taschentücher bildeten bereits eine etwas unangenehme Beule - für den iPod blieb kein Platz mehr, der musste anders unterkommen. Möchte ich nachts mit Telefon laufen, so bekomme ich platztechnisch ein Problem.

Beim ersten Lauf lässt der Tragekomfort nicht zu wünschen übrig, die Jacke verrutscht nicht, sitzt angenehm, macht alle Bewegungen mit, engt auch bei Stretching und Rumpfdrehung nicht ein. Wind und Wetter wurden erfolgreich überwunden, trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, in dem Kleidungsstück übermäßig zu schwitzen oder dass sich die Wärme aufstaut.

Der eigentliche Härtetest kam einige Wochen später, als ich bei gefühlten -20 Grad (das Thermometer zeigte +4 Grad an, ich wollte es nicht glauben), eisigem Wind und Nieselregen laufen ging. Der leichte Nieselregen entwickelte sich allmählich zu Wasserwerfern, die der Himmel auf alle armen, einsamen Läufer richtete - es dauerte keine dreißig Sekunden, und Hose und Schuhe waren von innen wie von außen tropfend nass. Mein Oberkörper hingegen fühlte sich noch ungewohnt trocken an. Die zusammenzurrbare Kapuze (lobenswert: vorne versteifter Schirm), der verstellbare Halsbereich und der gute Sitz der Jacke hatten tatsächlich verhindert, dass der Sturm meinem neuen Laufshirt etwas anhaben konnte. Auch an Nähten etc. zeigte die Jacke keine Schwachstellen. Der Überraschungseffekt ließ mich tatsächlich noch einen weiteren Kilometer erstaunt laufen, bis ich dann doch nach Hause stiefelte und Zeitungspapier in meine Laufschuhe stopfte. Die Jacke hingegen – zwei Mal ausgeschüttelt und zehn Minuten aufgehängt – war quasi trocken.

Insgesamt trug ich die Jacke sicherlich mehr als 30 Mal, nicht nur bei Läufen, mittlerweile ist sie zu meiner universal einsetzbaren Allwetterjacke geworden. Bei Waschen verlor sie weder Form noch Farbe und die reflektierende Eigenschaften bei Nacht sind fast ausreichend, um ohne weitere Reflektoren zu laufen.

Sebastian Apfelbacher
Mit meiner bisherigen Winterausstattung hatte ich nie Probleme mit Undichte oder Winddurchlässigkeit, jedoch gerade bei längeren Ausläufen oder bei unterschiedlicher Belastung, etwa beim Trailrunning (bergauf - bergab) hat sich der Dampf unter der Jacke gestaut. Ebenso hatte ich öfters Probleme mit feuchten Unterarmen und daraus resultierenden kalten Händen. Bei der getesteten Jacke mit dem neuen Goretex Active Shell hatte ich bei den bisherigen Läufen nie derartige Einschränkungen. Die Dampfdurchlässigkeit/Atmungsaktivität scheint mir im Vergleich zu den bisherigen Goretex-Laminaten deutlich verbessert. Wind- und Wasserdichte sind ausreichend gegeben.

Weiterhin bin ich von der einzigartigen Leichtigkeit der Jacke begeistert: ein echtes Hightech-Produkt. Bezüglich der Haptik liegt das neue Material ebenfalls klar im Vorteil: Lagen meine bisherigen Jacken aus Goretex Paclite Shell eher noch wie schware PE-Tüten auf der Haut, verspürt man nun ein angenehmes, softes Material - perfekt! Einzige Verbesserungsmöglichkeit wäre ein besserer Reißverschluss. Insgesamt bin ich aber absolut von der Jacke bzw. speziell vom neuen Goretex Active Shell überzeugt.

Ines Luba
Ines Luba hat die Jacke über 30 Stunden getestet, hauptsächlich beim Trail Running. Ihr Urteil: Sehr gut bei Regen, gut bei Wind und Okay bei Kälte. Besonders lobt sie die auch im Detail sehr gute Verarbeitung und die Farbe ("Mal kein Pink für Frauen"). Im Gegensatz zu Sonja gefiel Ines der Schnitt weniger, sie fand die Jacke zu wenig körpernah. Außerdem störe die Kapuze, da sie nicht eng genug anliege, und der Knistereffekt des als hart und fest empfundenen Gewebes. Ein Aufhänger für die Garderobe fehlt ihr ebenfalls. Als Verbesserungsvorschlag empfiehlt sie zudem, die Taschen zu versetzen, da sie beim Tragen eines Rucksacks nicht mehr erreichbar sind. Insgesamt gefällt ihr die minimalistische Jacke dennoch super, wobei sie sie in der Freizeit noch lieber trägt als beim Lauftraining.

Der RUNNER’S-WORLD-Lesertest:

ECCO Biom Trail