Asics Meta-Run - mit Video

Die neue Messlatte im Laufschuhbau

Der Asics Meta-Run ist das neue Technologie-Flaggschiff. Damit hat Asics die Messlatte etwas höher gelegt. Wir trafen den Entwicklungschef und testeten den 250-Euro-Schuh.

Der große Laufschuhtest 2015/2016
Asics Meta-Run Bild

Der neue Asics Meta-Run setzt die Messlatte für Asics und andere Hersteller höher.

Bild: Hersteller

Laufschuhhersteller Asics hat sich und seiner Konkurrenz soeben die Messlatte im Laufschuhbau etwas höher gelegt. Das neue Modell Meta-Run ist das neue Technologie-Flaggschiff bei Asics bei dem „sämtliche Funktionen verbessert wurden“. Auch im Preis ist er Oberklasse. Der Asics Meta-Run wird 250 Euro kosten, wenn er Anfang Dezember 2015 in die Regale von 80 ausgesuchten Laufhändlern in Deutschland kommt. RUNNER’S WORLD konnte sich bereits vor der weltweiten Präsentation vorab in New York ein Bild von dem bahnbrechenden Modell Asics Meta-Run machen.

Drei Jahre Entwicklungszeit für den neuen Asics Meta-Run

Selten wird die Neuvorstellung eines Laufschuhs auf so großem Tablett präsentiert wie beim Meta-Run, schon gar nicht von einem japanischen Hersteller. Die sind sonst eher für ihre zurückhaltende Art und Bescheidenheit bekannt – jedenfalls im Vergleich etwa zu amerikanischen Herstellern. Aber in diesem Fall erfolgte die weltweite Einführung Mitte November in New York, London und Tokio. Über drei Jahre Entwicklungszeit im Asics-Forschungszentrum in Kobe wurde in den Asics Meta-Run gesteckt. Im Team von Entwicklungschef Dr. Tsuyoshi Nishiwaki arbeiteten bis zu 40 Mitarbeiter.

RUNNER’S WORLD traf den Japaner in New York und konnte ihm erste Fragen zu dem neuen Mega-Schuh stellen. „Unser Ziel war“, so Tsuyoshi-San, „den besten Schuh zu entwickeln, den wir je gebaut haben.“ In vornehmer japanischer Bescheidenheit schiebt er nach: „Wir haben an nichts gespart.“

Der Ascis Meta Run wurde in allen Dimensionen neu entwickelt – mit neuen Materialien und neuen Technologien. „Der Meta-Run soll der beste Laufschuh sein und Stabilität, Dämpfung und Passform auf ein neues Level bringen.“ Fünf neue Technologien wurden dazu entwickelt, vier Patente angemeldet und zehn bestehende Asics-Technologien überarbeitet.

"Alle Schlüsselfunktionen verbessert"

Die Begeisterung für das neue Kunstwerk hat jedenfalls das komplette Asics-Team ergriffen. Alistair Cameron, Europa-Geschäftsführer von Asics (und gerade stolzer Finisher seines ersten Marathons in New York), ist sich sicher: „Es ist der beste Schuh für lange Laufdistanzen.“ Gerard Klein, der von Holland aus verantwortlich ist für die komplette Palette von Performance-Schuhen, betont: „Wir haben bei dem Schuh alle Schlüsselfunktionen verbessert: bei Dämpfung, Stabilität, Passform und Gewicht.“ – Als Vergleichsmaßstab hat Asics jeweils den Gel-Kayano 21 herangezogen. Andreas Moll, der nach langen Jahren in Deutschland mittlerweile auch für das internationale Asics-Team arbeitet, geht noch mehr ins Detail: „In punkto Stabilität bietet das neue Adapt-Truss-System eine um 50% verbesserte Mittelfußstabilität. Aber nur dann, wenn der Läufer sie benötigt. Das heißt, das auch Normalfußläufer mit dem Meta-Run gut laufen können, ohne dass sie die Mittelfußbrücke stören würde.“ Und Rene Zandbergen aus Holland, als Senior Manager bei Asics verantwortlich für sämtliche Running-Schuhe, erklärt: „Um das Gewicht zu reduzieren, haben wir mit vielen Materialien experimentiert, allein für die Mittelsohle waren es über 300 Materialmischungen. Und so sind wir zum Beispiel auf den Einsatz von organischen Kevlar-Fasern gekommen. Insgesamt konnten wir das Gewicht pro Schuh um über 20 Gramm reduzieren.“



Der neue Asics Meta-Run wird ab Dezember bei 80 ausgewählten Händlern erhältlich sein.

Bild: Hersteller

Der Testlauf mit dem Asics Meta Run

Und wie ist der erste Trage-Eindruck? Test-Redakteur Urs Weber resümiert nach den ersten Kilometern: „Läufer, die den Asics Gel-Kayano kennen, werden sich in dem Meta-Run gleich zu Hause fühlen: Die Passform ist quasi gleich, beide Schuhe sind auf dem gleichen Leisten konstruiert. Nur fühlt sich der Asics Meta-Run tatsächlich leichter an. Und die Passform des Obermaterials, das nun aus einem Jacquard-Mesh besteht, ist deutlich verbessert. Es schmiegt sich so gut um den Fuß, dass ich bei den ersten beiden Läufen den Schuh viel zu locker geschnürt habe. Auch der Lauf-Eindruck ist Kayano-ähnlich, die Sprengung des Meta-Run liegt laut Tsuyoshi Nishiwaki bei 10 Millimetern – so fühlt es sich auch an: Ein klassisches Trainingsschuh-Feeling, allerdings fällt gleich auf den ersten Metern die deutlich bessere Dämpfung auf. Das neue Flyte-Foam-Material in Kombination mit der sehr auf Komfort ausgelegten Konstruktion der Mittelsohle schafft ein eher softes Laufgefühl. Durch die flexiblere Vorfußpartie des Schuhs und das Rückstellvermögen der Mittelsohle wirkt der Schuh dennoch nicht träge. Am meisten profitieren nach meinem ersten Eindruck die Läufer von den neuen Dämpfungs- und Stabilitätseigenschaften, die mit der Ferse den ersten Bodenkontakt haben, die so genannten Rückfußläufer. Mittel- und Vorfußläufer profitieren auch, spüren das aber deutlich weniger. Bereits nach den ersten Kilometern habe ich den Eindruck eines sehr zuverlässigen, sehr hochwertigen, robusten und dennoch laufdynamischen Trainingsschuhs. Sehr gut gefällt mir die neue Stabilitäts-Ausrichtung – auch Normalfußläufer, die erst gegen Ende eines Laufs über eine lange Distanz mehr Stütze benötigen, finden hier eine tolle Lösung. Der Asics Meta Run stützt dann, wenn man es braucht.

Ein Schuh mit Innovationskraft

Generell gilt wie immer – zumal wenn Läufer noch keine Erfahrungen mit Asics-Schuhen gemacht haben: Der Schuh muss gut passen, ich empfehle, wie bei allen Laufschuhen, ihn zunächst im Fachgeschäft anzuprobieren und Passform und Größe zu prüfen. Wobei hier der Asics Meta-Run sehr ähnlich ausfällt wie der Asics Gel-Kayano-21. Insgesamt bin ich beeindruckt, mit welchem Engagement das Forschungsteam von Tsuyoshi Nishiwaki gearbeitet hat, welche Innovationskraft in dem Schuh steckt und wie viel Herzblut in die Entwicklung geflossen ist. Hier wollten die Japaner wirklich alles richtig machen! Ich bin schon auf die Aussagen unserer Testläufer aus dem RUNNER’S WORLD-Testteam gespannt.“