Lauf-Apps im Test

Adidas Train & Run (gratis)

Leicht verständliche Trainingsplanung und -dokumentation bietet die kostenlose Lauf-App Adidas Train & Run, die sich durch diverse Geräte erweitern lässt. Erhältlich für iOS, Android, Windows.

Adidas Train & Run (gratis) - Im Praxis-Test
Adidas train&run

Lauf-App: Adidas Train & Run.

Bild: RW

Adidas Train & Run: Der Trainings-Planer für die Hosentasche

Ein Komplett-Paket aus Trainingsplanung, -dokumentation und –auswertung möchte die Adidas-App "Train and Run" ihren Nutzern bieten. "Verwandle dein Mobiltelefon in deinen persönlichen Trainer", heißt es in der Beschreibung des Herstellers. Viele dafür notwendige Funktionen sind tatsächlich vorhanden: Während eines Laufes werden Zeit, Distanz, Lauftempo und verbrannte Kalorien aufgezeichnet und dokumentiert. Durch die Kopplung mit diversen Adidas-Geräten können zudem Herz- und Schrittfrequenz gemessen werden. Durch Wochenziele oder einen Trainingsplan kann das Training strukturiert werden. Anhand von sogenannten Trainingszonen, die durch einen sogenannten Beurteilungslauf oder durch eigene Eingabe über das Online-Portal festgelegt werden, sorgt die App mit Trainings-Anweisungen in Echtzeit dafür, dass das Lauftempo des gewählten Trainings eingehalten wird.

Adidas Train & Run im Praxistest: Tolle Trainingsplanung-Tools, ausbaufähige Tempomessung

Nach dem Update zur Version 4.0, das während des Testzeitraums stattfand, bietet die Adidas Train & Run-App ein modernes Design. Nutzer früherer Versionen mussten sich an die Bedienung nach dem Update gewöhnen.

Ein freies Training startet mit drei Klicks: Während des Laufs werden auf dem Bildschirm Gesamtzeit, Distanz, Geschwindigkeit, Kalorienverbrauch und gegebenenfalls Herzfrequenz leicht ablesbar angezeigt. Dazu kann sich der Nutzer über die Kopfhörer nach jedem Kilometer (oder nach einer selbst gewählten Distanz/Zeit) automatische Updates geben lassen. Sowohl die Bildschirmanzeige als auch die Ansagen sind über die Einstellungen individuell anpassbar. Für die automatischen Updates vermissen wir allerdings die Möglichkeit, die Zeit für den letzten Kilometer mitgeteilt zu bekommen. Dies wäre sinnvoll, da vor allem die Werte für das aktuelle Lauftempo so stark variieren, dass sie für den Läufer meist keinen Mehrwert bieten. So sagte die App nach dem ersten Testkilometer, für den wir etwas mehr als sechs Minuten benötigten, ein aktuelles Lauftempo von zehn Minuten pro Kilometer an. Zudem zeigte die Lauftempo-Grafik nach der Einheit ein wildes Auf und Ab, obwohl es sich um einen sehr konstanten Lauf handelte (Langsamster ganzer Kilometer: 6:23 min/km; schnellster ganzer Kilometer: 6:10 min/km).

Wer die Train & Run-App für ein strukturiertes Training nutzen möchte, startet mit einem Beurteilungs-Training, durch das individuell Tempo- bzw. Herzfrequenz-Zonen abgesteckt werden sollen. Es empfiehlt sich allerdings, die 12-Minuten-Einheit mindestens zweimal durchzuführen, da man so auf die doch spezifischen Anweisungen vorbereitet ist. „Steigern Sie Ihr Lauftempo in den nächsten 90 Sekunden auf Stufe vier von zehn“, fordert die App zum Beispiel auf. Wer seine Leistungsfähigkeit selbst einschätzen kann, sollte die Tempozonen händisch bearbeiten, was allerdings nicht in der App, sondern nur im Internetportal möglich ist.

Für die Trainingsplanung bietet die Adidas Train & Run-App zwei Möglichkeiten: Wochenziele oder Trainingspläne. Beide Optionen arbeiten mit den Lauftempozonen, die zur Vereinfachung in den Farben grün, blau, gelb und rot dargestellt werden und vor der Nutzung der Trainingsplanung-Tools unbedingt individuell angepasst werden sollten. Für Wochenziele stehen fünf verschiedene Level und mehrere Schwierigkeitsstufen zur Verfügung. Ein Wochenziel bezieht sich immer auf einen Gesamtumfang, gibt aber auch an, wie lang ein Nutzer in einer bestimmten Trainingszone gelaufen sein soll.

Während einer Trainingsplan-Einheit, die ebenfalls durch die bunten Zonen strukturiert werden, bietet die Adidas Train & Run-App Rückmeldung in Echtzeit und korrigiert das Lauftempo gegebenenfalls nach oben oder unten. Allerdings muss bei diesen Anweisungen in Kauf genommen werden, dass das Lauftempo wie oben bereits erwähnt nur sehr grob bestimmt wird und so manche Anweisungen offensichtlich falsch sind. So traf unser Testläufer bei einem Progressions-Training die vorgegebenen Lauftempo-Zonen nur zu 39 Prozent und scheiterte teilweise schon daran die grüne Trainingszone (von 6:58 bis 5:04 min/km) zu treffen! Abgesehen davon bietet die einfache Einteilung in die Trainingszonen aber eine einfache und verständliche Trainingsstrukturierung. Zudem motivieren die Trainingsanweisungen und machen richtig Spaß.

Die Messung der Gesamtdistanz funktioniert hingegen einwandfrei. In fünf Testläufen überschätzte die Adidas Train & Run-App die 5,25-Kilometer-Teststrecke zwar immer etwas, doch sind die Abweichungen von durchschnittlich etwa 50 Metern völlig akzeptabel (Beste/schlechteste Messung: 5,26/5,35 km). Zur Messung von Schritt- und Herzfrequenz können Adidas-Geräte mit der Train & Run-App verbunden werden, die bereits im zweiten Menüpunkt der App beworben werden. Sinnvoll ist, dass man jeder Laufeinheit die benutzten Schuhe zuordnen kann. So fällt es leicht die Abnutzung der Schuhe zu beobachten.

Alle Werte werden nach dem Lauf im Trainingsverlauf und nach einer Synchronisation auch auf dem micoach-Internetportal gespeichert. Bereits auf dem Smartphone können die Läufe über ein praktisches Geschwindigkeits-Diagramm und eine Tabelle mit Kilometer-Zwischenzeiten ausgewertet werden. Zudem wird jeder freier Lauf basierend auf Leistung, Alter und Geschlecht mit einem Run-Score zwischen 0 und 1.000 Punkten bewertet, aus dem Trainingsfortschritt, geschätzte Zielzeiten für Laufwettbewerbe und geeignete Trainingspläne abgeleitet werden können. Die gleichen Informationen sind zusätzlich über das micoach-Portal abrufbar. Läufe können entweder direkt oder über das Portal auf sozialen Medien geteilt werden. Generell kann die Train-&-Run-App mit dem eigenen Facebook-, Twitter-, Strava-, Myfitnesspal- und Googlefit-Konto verbunden werden.

Fazit: Adidas Train & Run als erster Schritt zur Trainingsstrukturierung

Die Adidas Train & Run-App eignet sich am ehesten für Läufer, die erst vor kurzer Zeit ihre ersten Lauferfahrungen sammelten und nun ihr Training strukturieren wollen. Die einfache Trainingsgestaltung durch Geschwindigkeits- bzw. Herzfrequenzzonen, die sich durch ein einfaches 12-Minuten-Beurteilungstraining (Cooper-Test) abstecken lassen, vermitteln auf leicht zu verstehende Art und Weise erste Erfahrungen mit verschiedenen Trainingsformen, wie zum Beispiel dem Intervalltraining. Über Wochenziele oder Trainingspläne können die Nutzer ihre ersten läuferischen Ziele verfolgen, sei es die Teilnahme an einem 5-Kilometer-Volkslauf oder die Steigerung des Trainingsumfangs.

Die Train-&-Run-App von Adidas zeichnet sich durch eine gute Distanzmessung, einfache, verständliche Planungs-Tools und klare Echtzeit-Trainings-Anweisungen aus. Dazu überzeugte die App in unserem Akkuverbrauchs-Test: Sie verbrauchte bei einem einstündigen Lauf am zweitwenigsten Akku von allen von runnersworld.de getesteten Apps. Die ausbaufähige und zu sprunghafte Messung des aktuellen Lauftempos und die nur umständlich individualisierbaren Tempozonen machen ein spezifischeres Training allerdings nur schwer möglich. Da Einsteiger sich bei ihrem Training eher an der Herzfrequenz als am Lauftempo orientieren sollten, ist es unpraktisch, dass die App nur mit den (sehr teuren) Adidas-Brustgurten koppelbar ist.

Adidas Train & Run-App im Detail

Anzeige während des Trainings: Zeit, Distanz, Tempo, Kalorien, ggf. Herzfrequenz, ggf. Schrittfrequenz – individuell anpassbar
Export von Trainingseinheiten möglich: Ja
Koppelbar mit Pulsmesser: Nur mit Adidas micoach Bluetooth Smart, Adidas micoach X_Cell, Adidas Fit Smart
Koppelbar mit Sportuhr: Ja, Adidas Fit Smart (mit integriertem Pulsmesser)
Auto-Pause: Ja (Funktion allerdings noch in der Probephase)
Audio-Feedback: Ja (Zeit, Kalorien, Distanz, ggf. Schrittfrequenz, Lauftempo, ggf. Herzfrequenz, Zielzone (individuell anpassbar)
Musikplayer integriert: Nein
Livetracking: Nein
Programmierung von Trainingseinheiten: Ja (Über das micoach-Portal: beliebige Zusammensetzung der Trainingszonen)
Trainingspläne: Ja, Ziele, kostenlos
Manueller Eintrag von Läufen: Nein
Challenges mit anderen Usern: Nein
Push-up-Benachrichtigungen: Ja
Teilen in sozialen Netzwerken: Facebook, Twitter
Auswertung am PC: Über die micoach-Plattform. Über das Workout-Protokoll können einzelne Läufe im Detail betrachtet werden. Zudem können Tages-, Wochen-, Monats- und sogar Jahres-Leistungen in Säulendiagrammen verglichen werden.
Auswertung auf dem Smartphone: Unter dem Menüpunkt „Statistik“ können die Distanz, Kalorien, Zeit und Geschwindigkeit der letzten sieben, 28 und aller Tage seit Installation der App verglichen werden. Zudem sind Details zu jedem Training im „Trainingsverlauf“ abrufbar. Hier findet man Daten zu Zeit, Distanz, durchschnittlichem Tempo, ggf. Herz- und Schrittfrequenz und Kalorien. Zudem wird die Laufstrecke auf einer Karte angezeigt. Über den Run-Score, einer Lauftempo-Grafik und eine Tabelle mit Zwischenzeiten lässt sich der Lauf noch genauer und auf einen Blick analysieren.
Nutzung ohne Registrierung: Nein
Preis: Gratis
In-App-Käufe: Keine
Website: Adidas micoach
Download: iTunes Store, Google Play, Microsoft.com
Getestete Version der App: 4.0 (auf Gerät iPhone 4s mit Betriebssystem iOS 9.1)
Messgenauigkeit im Test: Vergleichswerte während 5 Testläufen auf einer 5,25 km langen Teststrecke: 5,34 km, 5,35 km, 5,29 km, 5,28 km, 5,26 km

Lauf-Apps im Test:

Endomondo Sports Tracker (gratis)