Buch-Rezension

"Laufbahn am Limit" von Manfred Steffny

Steffny schildert den Kampf des englischen Mittelstrecken-Läufers Stanley Covett zurück an die Weltspitze.

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Manfred Steffny mit seinem neuen Laufroman.

Bild: gSCH

„Als Läufer hatte er das Glückslos gezogen, die große Freiheit, irgendwo auf diesem Planeten starten und finishen zu dürfen“, genießt Stanley Covett selbstgefällig seine Sportart, die er zum Beruf gemacht hat. Der englische Mittelstrecken-Läufer mischt über 800 Meter ganz vorne bei den Kenianern mit. Doch Covetts Laufbahn ist am Limit: Ein Jahr vor seinem Karriere-Ende kämpft er mit einer Achillessehnen-Entzündung.

Diesen erbitterten, aber sauberen Kampf zurück an die Weltspitze schildert Manfred Steffny in seinem im Spiridon-Verlag erschienen Erstroman „Laufbahn am Limit“. Der ehemalige Marathon-Läufer Steffny weiß, wovon er spricht, wenn er über den „Dreiklang der Schmerzen“ schreibt. Beim „Klopfen, Ziehen, Stechen“ seines Helden greift sich der laufbegeisterte Leser sofort unwillkürlich an die eigene Ferse. „Die satanische Ferse“ ist das erste Kapitel des rund 240 Seiten starken Romans und gleichzeitig das Tor zu einer Welt, in der nur sportliche Höchstleistungen zählen.

Das muss auch die australische Weitspringerin Kylie Ferguson am eigenen Leib erfahren. Im Gegensatz zu dem ehrgeizigen Engländer macht die junge Athletin mit Hilfe von Muskelaufbaupräparaten große Sprünge. Nach einer unglücklichen Liebesbeziehung zu ihrem ehemaligen Trainer verlässt Ferguson ihre australische Heimat, um ihr sportliches Glück in Europa zu suchen. Nicht nur das findet die Australierin bei einem Sportfest im niederrheinischen Rhede: Der Freiburger Sportmediziner Thomas Schaper outet sich dort als „ihr größter Fan“. Doch Fergusons Liebe gilt zunächst dem verseuchten Sport: „I only love jumping.“

Manfred Steffny signiert Exemplare seines neuen Buches.

Bild: gSCH

Covetts und Fergusons Laufbahn kreuzen sich beim Leichtathletik-Meeting im niederländischen Hengelo. In der Hotellobby wollte der alte „Hase“ Covett „lediglich eine Novizin etwas einführen in die Läufergesellschaft“. Andere Absichten hat dagegen der Stalker Schaper im Sinn, als er die attraktive Athletin wieder einmal am Telefon belästigt: „Schneide dir deine Fingernägel nicht!“ Dass er mit diesem Tipp letztendlich Fergusons Anabolika-Spuren bei der Doping-Kontrolle verwischen würde, ahnt die naive Weitspringern zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

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Bild: gSCH

Manfred Steffny bei seiner Buchvorstellung.

Aus Dankbarkeit über die manipulierte Urin-Probe wendet sich die Australierin fortan von den Doping-Praktiken des ehemaligen DDR-Trainers Dr. Pfeifer ab und stattdessen Schaper zu. An der Seite des Freiburger Kampfrichters macht Ferguson künftig saubere Sprünge in den Sand, bis es im „Mekka der Leichtathletik“ – bei Weltklasse in Zürich – zum Eklat kommt. Auch Covetts Laufbahn gerät durch einen „fatalen Fehltritt“ ins Wanken. Was dem einstigen Läufer-Star nach den Olympischen Spielen von Atlantis bleibt, ist eine betrogene Ehefrau und die Erkenntnis: „Diese satanische Ferse wird heilen.“

Mit seinem Erstroman „Laufbahn am Limit“ zeigt Manfred Steffny eindrucksvoll, welchen Erfahrungsschatz er als Läufer, Trainer und Fachbuch-Autor in fast 70 Jahren gesammelt hat. Wie Steffny die Schmerzbehandlung, das Mental-Training und den Ellbogen-Kampf seines Laufhelden mit den Kenianern schildert, ist so authentisch, dass der Leser unmittelbar die Wettkämpfe eines Dieter Baumann vor Augen hat. Lediglich ein paar Zahlen zuviel stören hier und da den Lesefluss. Die Einführung einer gedopten Weitspringerin tut dagegen der Laufgeschichte keinen Abbruch, sondern wertet vielmehr den sauberen Sport auf. „Laufbahn am Limit“ ist ein spannendes Buch von einem Läufer für Läufer!

„Laufbahn am Limit“ von Manfred Steffny:
Spiridon Verlag, 1. Auflage, 240 Seiten, 16,80 Euro.

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