Läufer-Apps im Praxis-Test

App und zu: Laufen mit Smartphone

Der Nutzen von Apps für Läufer hängt stark vom Nutzwert des Smartphones ab.

Läufer-Apps im Praxis-Test

Laufen mit Smartphone mag nicht jeder.

Bild: Bose

Das Angebot an Apps für ein Smartphone wächst täglich. Mittlerweile gibt es auch eine große App-Auswahl für Läufer. Bei allen Vergleichen muss bedacht werden: Die App allein bringt dem Läufer gar nichts, er muss schon das passende Smartphone besitzen, um in den Funktionsgenuss der App zu gelangen. Mit anderen Worten: Das Smartphone muss dann beim Laufen immer mit. Die Eignung hängt nicht nur von den Funktionen der App an sich ab, sondern ist auch an die Eigenschaften des Mobiltelefons gebunden – und der jeweiligen Unterbringung. Und da ist oft der Haken: Bei unseren Tests mit Smartphones zeigten sich viele Armbänder als eingeschränkt tauglich.

Die bei manchen Smartphones mitgelieferten Taschen, die am Oberarm getragen werden, passten den meisten unserer Testerinnen nicht. Die Verstellmöglichkeit reichte nicht aus. Unsere Erfahrung zeigte, dass die geeigneten Taschen aus dem Zubehör unbedingt vor dem Kauf ausprobiert werden sollten. Eine weitere Einschränkung zeigte sich beim Aktivieren der App: Zwar sind die Oberarmtaschen für das Handy meist mit einer durchsichtigen Plastik-Bedienfolie ausgestattet, diese lässt sich aber nur so lange bedienen, wie das Handy noch nicht am Oberarm sitzt.

Praktisch sieht das dann so aus, dass die App gestartet wird, dann das Handy in der Tasche am Arm fixiert wird und man dann losläuft. Der erste Kilometer ist dann entsprechend „falsch“ eingestoppt; für einen Freizeitläufer sicher nicht weiter schlimm, wer aber nach Traningsplan und –Vorgabe trainiert, muss diesen Fehler rausrechnen. Auch braucht es etwas Erfahrung, bis das Handy so justiert ist, dass es ohne zu stören und zu drücken am Oberarm sitzt. Ohne diese speziellen, wasserdichten Taschen, die das Smartphone schützen, sollte man aber nicht laufen: Denn die mitunter mehrere hundert Euro teuren Geräte sind sehr feuchtigkeitsanfällig. Eine Alternative bieten die Outdoor-Smartphones, die entsprechend abgedichtet sind.

Außerdem zu bedenken: Die Apps basieren auf den technischen Eigenschaften des Handys. Das betrifft vor allem die Messung mit GPS und die GPS-Genauigkeit. Und hier hier hatten wir teilweise große Abweichungen. Zum Beispiel hatten wir im Test beim Vermessen ein und derselben Testrunde bis zu 5% unterschiedliche Distanzmessungen durch das Handy-GPS, also eine recht hohe Fehlmessung.

Unter dem Strich ist also der Einsatz des Smartphones immer mit etwas Gefummel an Handy, Tasche und an der Bekleidung verbunden; das kann mitunter nerven. Viele unserer Tester nutzen deshalb die App-Funktionen nur ab und zu. Wer öfters die gleiche Runde läuft, ist mit einer klassischen Stopp- oder Pulsuhr oft besser bedient; außer man will unterwegs telefonisch erreichbar sein.