Äthiopischer Sturm in Edinburgh: Bekele schließt nach Sieg Cross-WM-Start nicht mehr aus

In einmal mehr erstaunlicher Manier hat Kenenisa Bekele ein Weltklassefeld geschlagen. Bei seinem ersten Rennen in diesem Jahr gewann der 24-jährige 10.000-m-Olympiasieger und Weltrekordler das Crossrennen in Edinburgh über 9,3 km. Bei stürmischem Wetter lief Bekele auf den letzten Kilometern einfach davon – es war, als hätte er in einen höheren Gang geschaltet.

In einmal mehr erstaunlicher Manier hat Kenenisa Bekele ein Weltklassefeld geschlagen. Bei seinem ersten Rennen in diesem Jahr gewann der 24-jährige 10.000-m-Olympiasieger und Weltrekordler das Crossrennen in Edinburgh über 9,3 km. Bei stürmischem Wetter lief Bekele auf den letzten Kilometern einfach davon – es war, als hätte er in einen höheren Gang geschaltet. Nach 28:14 Minuten war er mit zehn Sekunden Vorsprung vor dem 20-km-Weltmeister Zersenay Tadesse (Eritrea) im Ziel. Eliud Kipchoge (Kenia), der seine starke Form vor kurzem beim Silvesterlauf in Madrid unter Beweis gestellt hatte, hatte bereits über eine halbe Minute Rückstand. Als Dritter lief er 28:51.

„Das war ein guter Beginn des Jahres 2007 für mich. Ich hatte eine derartige Leistung von mir erwartet, denn ich hatte sehr gut trainiert“, erklärte Kenenisa Bekele, der nunmehr bereits 26 Crossrennen in Folge gewonnen hat. Seine letzte Cross-Niederlage datiert aus dem Jahr 2001, als er gegen sein Vorbild Haile Gebrselassie verloren hatte. In der Zwischenzeit hat Kenenisa Bekele das Kunststück fertig gebracht, seit 2002 bei den jährlich stattfindenden Cross-Weltmeisterschaften jeweils die Kurz- und die Langstrecke zu gewinnen.

Nachdem er noch einen Tag vor dem Rennen seinen Verzicht auf einen Start bei den Cross-Weltmeisterschaften bestätigt hatte, war dies nach dem eindrucksvollen Sieg nicht mehr ganz so sicher: „Vielleicht entscheide ich mich doch noch einmal anders, wenn ich etwas besonders, eine neue Herausforderung erkenne“, sagte Bekele, ohne näher zu erklären, wie diese Herausforderung aussehen könnte. Besondere Brisanz hätten diese Titelkämpfe allerdings ohnehin. Denn die Cross-WM, die nur noch über die Langstrecke ausgetragen wird, findet am 24. März in Mombasa statt – in Kenia, im Land seiner größten Rivalen. Doch auch dort wäre Kenenisa Bekele wohl kaum zu schlagen.

Eine gelungene EM-Revanche gelang über die 4-km-Strecke in Edinburgh Sergey Lebid. Der Ukrainer, der im Dezember bei den kontinentalen Cross-Titelkämpfen von Mo Farah entthront worden war, bezwang den aus Somalia stammenden Briten im Endspurt. Lebid siegte in 12:20 Minuten mit einer Sekunde Vorsprung. Dritter wurde Mike Skinner (Großbritannien) in 12:25.

Einen äthiopischen Sieg gab es auch im Frauenrennen über 6,7 km. Einen Kilometer vor dem Ziel sprintete Gelete Burka, die 4-km-Cross-Weltmeisterin des vergangenen Jahres, davon und gewann in 23:25 Minuten vor Vivian Cheruiyot (Kenia/23:34) und der zeitgleichen Australierin Benita Johnson. „Ich bin niemals zuvor bei so schlechten Wetterbedingungen gelaufen“, sagte Gelete Burka und fügte hinzu: „Der Wind hat mich fast umgeworfen.“ Deswegen suchte die 20-Jährige lange Zeit Windschutz hinter ihren Konkurrentinnen.