Berlin-Marathon

"Die Menschen erwarten von mir etwas besonderes."

Auf der Pressekonferenz nach dem 33. Berlin-Marathon wirkte Haile Gebrselassie sehr entspannt. Die Strapazen seiner Weltrekordhatz waren dem Äthiopier schon 90 Minuten nach dem Zieleinlauf nicht mehr anzumerken. Dass er den Weltrekord, den der Kenianer Paul Tergat in 2:04:55 h an gleicher Stelle 2003 aufstellte, mit seiner Siegerzeit von 2:05:56 h um gut eine Minute verfehlte, schien ihn nicht allzu sehr zu ärgern.
Hier seine Statements:

Haile, km 34

Haile Gebrselassie auf dem Weg zum Sieg beim Berlin-Marathon.
Foto: Martin Grüning

Zum Rennverlauf
„Um einen Weltrekord zu laufen, muss alles 100 Prozent perfekt sein, hier in Berlin waren es 90 Prozent…“

„Dass Korir ausstieg (Sammy Korir war als zweitschnellster Läufer der Welt einer der Mitfavoriten, Anm. d. Red.), hat mich nicht beeindruckt, ich habe mich nur auf mich selbst konzentriert. Mein Fokus lag alleine auf der Zeit und nicht auf den Gegnern.“

„Mein Manager Jos Hermens hat mich gestern aus Peking angerufen und gesagt, dass ich 2:05 h auf jeden Fall laufen kann. Wäre ich langsamer gewesen, hätte er mit mir geschimpft, das musste ich vermeiden, oder…“


Zu den Witterungsbedingungen
„Eigentlich waren die Wetterbedingungen heute die, die ich liebe.“

„ Bis 35 Kilometer war alles sehr gut, aber dann kam der Wind, was schließlich ein wichtiger Faktor war, dass ich den Rekord nicht gebrochen habe.“

„Ich hatte den Wind einfach nicht erwartet und in einer Stadt kommt er eben auch mal von der einen wie der anderen Seite. Man kann sich nicht darauf einstellen.“


Seine weiteren Pläne
„ Jetzt werde ich erst einmal ein Glas Wein trinken… einen roten!“

„Ich fühle mich besser als nach Amsterdam (in Amsterdam siegte Haile Gebrselassie letzten Herbst mit seiner bisherigen Bestzeit von 2:06:20 h, Anm. d. Red.), die Muskulatur ist kaum verspannt, nur ein Zeh schmerzt.“

„Die Menschen erwarten von mir immer etwas Spezielles: 2:06 sind gut, aber 2:05 sind eben besser… und dennoch sind die Leute nie so richtig zufrieden…“

„Natürlich habe ich es immer noch vor, den Marathon-Weltrekord zu brechen… in nächster Zeit, das heißt: innerhalb des nächsten Jahres!“

„Sie fragen, was ich mehr will: den Marathon-Weltrekord oder eine olympische Marathon-Goldmedaille? Natürlich am besten beides!“

„Eventuell laufe ich im Dezember schon wieder in Fukuoka (Japan) einen Marathon… je länger die Pausen zwischen den Marathons, desto schwerer ist es, immer wieder in Form zu kommen.“

„Auf jeden Fall bin ich im kommenden April in London wieder am Start. Die Londoner Strecke ist ja nicht so schlecht, wie oft gesagt wird. Alleine die Witterungsbedingungen sind dort schwieriger als zum Beispiel hier in Berlin.“

„Klar will ich in London gewinnen…und auch die Gesamtwertung der World Marathon Majors (das ist der Zusammenschluss der fünf größten Marathons der Welt von New York, Chicago, London, Boston und Berlin, Anm. d. Red.).“